Herero
Die
Herero sind ein zur
Bantu-Sprachgruppe zählendes
Volk von heute etwa 120.000 Menschen. Die Mehrheit von ihnen lebt in
Namibia, einige auch in
Botswana und
Angola. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt meist als Arbeiter auf großen Farmen oder in den Städten als Händler und Handwerker. Eine oft als Untergruppe behandeltes Volk sind die
Himba, auch
Ova-Herero genannt.
Geschichte
- 18. Jahrhundert: Einwanderung in das Gebiet des heutigen Namibia
- In der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika erhoben sie sich am 11. Januar 1904 fast zeitgleich mit den Nama zu einem Aufstand gegen die Besatzer, weil dem Hirtenvolk durch die Ausbreitung der vorwiegend deutschen Siedler immer weniger Weidegrund zur Verfügung stand.
- Der Aufstand gipfelte am 11. August 1904 in der blutigen Schlacht am Waterberg. Neben vielen Hereros kam auch ihr Anführer Kapitän Witboi um. Bei der Schlacht kamen 65 Deutsche ums Leben.
- am 2. Oktober 1904 gab General Lothar von Trotha in einer Proklamation den Befehl zur völligen Vernichtung der Herero: "Ich, der große General der Deutschen Soldaten sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Herero sind nicht mehr Deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: Jeder, der einen der Kapitäne an eine meiner Stationen als Gefangen abliefert, erhält tausend Mark, wer Samuel Maharero bringt, erhält fünftausend Mark. Das Volk der Herero muss jedoch das Land verlassen. Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der Deutschen Grenzen wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber oder Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück, oder lasse auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Herero. Der große General des mächtigen Deutschen Kaisers." (Quelle: Bundesarchiv Potsdam, Akten des Reichskolonialamtes, 10.01 2089 Bl.7, Abschrift Kommando Schutztruppe 1 Nr. 3737, Osombo-Windhuk, 2.10.1904; zitiert nach: Gunter Spraul: Der Völkermord an den Herero. Untersuchungen zu einer neuen Kontinuitätsthese; in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 12/1988, S. 713-739, hier S. 728)
Die Hereros wurden daraufhin in die wasserlose Omaheke-Steppe getrieben, wo ca. 2/3 des gesamten Volkes verdursteten. Es handelte sich dabei um den ersten Völkermord / Genozid des 20. Jahrhunderts.
Insgesamt kamen bei dem Aufstand zwischen 25.000 und 100.000 Hereros und 1749 Deutsche um.