Heilige Messe
In der
heiligen Messe feiern
Christen den
Tod, die
Auferstehung und die bleibende Gegenwart ihres Herrn
Jesus Christus.
Schon kurz nach dem Tod und der Auferstehung Jesu genügte den Jüngern der jüdische Gottesdienst nicht mehr, obwohl sie daran teilnahmen. Sie befolgten die Anweisung Jesu, der bei seinem letzten Mahl den Jüngern sein Vermächtnis hinterließ, nämlich sich selbst. Jesus hatte gesagt: "Tut dies zu meinem Gedächtnis!".
Aus diesem Auftrag heraus bildete sich die Gottesdienstform der heiligen Messe (in der orthodoxen Kirche "Göttliche Liturgie" genannt). Sie hat in allen Kirchen, die sie beibehielten, die zweiteilige Grundform aus Wortverkündigung und Mahlfeier. In der katholischen Kirche und in den meisten Kirchen, die sich seit dem 16. Jahrhundert von ihr abzweigten, ist darüberhinaus die Abfolge der regelmäßigen Gebete und Gesänge (Ordinarium, s.u.) seit anderthalb Jahrtausenden gleich geblieben.
Auch der Hauptgottesdienst der lutherischen Kirche folgt dem Aufbau der Messe. Luther beseitigte daraus lediglich Texte, die seinem theologischen Verständnis widersprachen, v.a. das Hochgebet, und trat für die deutsche Sprache ein. Die evangelische Messe, die in manchen lutherischen Kirchen gefeiert und auch wieder so genannt wird, steht in vielen liturgischen Einzelheiten der katholischen Messe seit der Liturgiereform nahe.
Aufbau
Eröffnungsteil:
- Eröffnung durch das Kreuzzeichen
- Einleitung
- Kyrie (Herr, erbarme dich. Christus, erbarme dich. Herr, erbarme dich)
- Gloria (Lobpreis-Gebet oder -Lied: "Ehre sei Gott in der Höhe...")
- Tagesgebet
Wortgottesdienst:
- erste Lesung (Bibel-Text aus dem alten Testament)
- Zwischengesang
- zweite Lesung (Bibel-Text aus Apostelgeschichte oder Apostelbriefen, in vielen Gemeinden wird nur eine Lesung gelesen)
- Halleluja
- Evangelium (Ein Abschnitt aus der Lebensgeschichte Jesu)
- Predigt ("Homilie": Auslegung der Bibeltexte)
- Credo (Glaubensbekenntnis)
- Fürbitten
Eucharistiefeier:
- Gabenbereitung:
- Gabenprozession (meist nur symbolisch von Ministranten, die Brot und Wein zum Altar bringen)
- In der Gemeinde wird zeitgleich eine Kollekte durchgeführt ("Klingelbeutel")
- Symbolische Handwaschung ("Lavabo")
- Gabengebet
- Hochgebet
- Präfation (Großes Dankgebet)
- Sanctus (Gebet oder Lied: "Heilig, Herr, Gott, aller Mächte und Gewalten...")
- Epiklese (Herabrufung des hl. Geistes auf die Gaben)
- Konsekration ("Einsetzungsworte" als Nachvollzug des letzten Abendmahls)
- Geheimnis des Glaubens
- Epiklese
- Gebet für die Einheit der Kirche und ihre Verantwortlichen
- Gebet für die Verstorbenen
- Bitte um Aufnahme in die Ewigkeit, wenn wir selbst einmal sterben
- Schlussdoxologie (Durch ihn, mit ihm und in ihm ist Dir, Gott, allmächtiger Vater, in der Einheit des heiligen Geistes alle Herrlichkeit und Ehre jetzt und in Ewigkeit. Amen)
- Vater unser
- Friedensgruß
- Agnus Dei (Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser / gib uns deinen Frieden)
- Kommunion
Abschluss:
- Purifikation (Reinigung von Kelch- und Hostienschale)
- Schlussgebet
- Segen
- Entlassung (Gehet hin in Frieden)
siehe auch Eucharistie, Liturgiereform, Kirchenjahr, Liturgisches Gewand, Liturgische Farben