Hedge-Fonds
"Hedge Fonds" sind spezielle Arten von Investmentfonds, die nur oder hauptsächlich mit Derivaten (z.B. Kauf- oder Verkaufsoptionen) handeln. Der Begriff "Hedging" (etwa: einzäunen) geht darauf zurück, dass Hedging übersprünglich hauptsächliche dazu gedacht war, ein anderes, zweites Investment vor unwägbaren Risiken zu bewahren.Ein klassisches Beispiel ist etwa Währung-Hedging: ein europäischer Anleger, der ein Aktienportfolio hält, in dem nur oder mehrheitlich U.S.-amerikanische Wertpapiere enthalten sind, wäre damit nicht nur das Kursrisiko der Aktien, sondern auch ein beträchtliches Währungsrisiko eingegangen. Eine mögliche Entwicklung wäre, dass die U.S.-amerikanischen-Aktien des europäischen Anlegers zwar im Kurs steigen, gleichzeitig aber der Wert des Euro (in dem der Anlegger Geld ausgibt) im Vergleich zum Dollar (in dem der Anleger seine Kapitalanlage hält) beträchlich steigt. Das Ergebnis wäre, dass der Kursgewinn (in Dollar) des Anleger durch den Währungsverlust beim (Rück-)Umtausch des Geldes in Euro (zum Geldausgeben) vermindert, aufgehoben oder gar in einen Nettoverlust umgekehrt wird. Hedging würde in diesem Fall bedeuten: Gleichzeitig mit dem Kauf der U.S. Wertpapiere erwirbt der Anleger eine Option zum Verkauf von Dollar zu einem vorher fixierten Preis - damit hätte der Anleger im oben beschriebenen Fall seinen Gewinn "gerettet" - d.h. "gehedged".
Im Vergleich zu Investmentfonds, die Aktien und Anleihen halten und derartige "Sicherungsmaßnahmen" wie im Beispiel beschrieben, durchaus auch durchführen (ohne gleich ein "Hedge Fonds" zu sein), investieren Hedge Fonds ausschließlich oder hauptsächlich in Derivate. Damit verbunden ist ein vergleichsweise hohes Risiko (da es sich hier, salopp gesagt, um "Wetten" handelt, denen kein realer Vermögenswert wie bei einer Aktie zugrunde liegt).
Gut gemanagte Hedge Fonds (für Privatanleger) sind de facto jedoch kaum risikoreicher als Aktienfonds, weil hier für den Fondsmanager wesentlich weitreichendere Möglichkeiten zur Minimierung von Verlusten bestehen, als z.B. bei einem Aktienfonds. Relevanter für Privatanleger sind bei Hedge Fonds jedoch die Kosten: Aufgrund des wesentlich höheren Management-Aufwands sind die Kosten, die ein Hedge Fonds berechnet, z.T. horrend - mit dem "Risiko", dass der Fonds schon 10-12% Plus machen muss, damit nach Abzug aller Spesen für den Anleger tatsächlich ein solches übrigbleibt.






