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Hair

Hair ist ein Musical, die Musik ist von Galt MacDermot, Buch und Songtexte stammen von Gerome Ragni & James Rado. Die ersten Aufführungen fanden 1967 statt. In dieser Zeit spielt auch die Handlung.

Das "Musical Hair" beschreibt die Gefühle einer vergangenen Zeit, als lange Haare Symbole für Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung darstellten, aber auch Verweigerung gegen die Anforderungen der Gesellschaft, insbesondere gegen die Einberufung in einen Krieg.

Es gibt einen Einblick in die "Hippie-Kultur".

Viele junge Männer ließen sich damals ihre Haare lang wachsen, bei den Frauen war der Unterschied nicht so gravierend, die Freiheit drückte sich darin aus, dass offene lange Haare sehr beliebt waren.

In manchen Schulklassen konnten Lehrer Mädchen und Jungen nicht mehr unterscheiden, und viele Friseure gerieten in Existenznot.

Die Antwort der Gesellschaft war sehr restriktiv. "Langhaarige" wurden als Nichtstuer und Gammler beschimpft. Viele Arbeitsplätze waren für langhaarige Männer nicht zugänglich, Haarschnitte wurden mit Gewalt erzwungen, Kinder verloren die Liebe ihrer Eltern, weil sie ihre Haare lang wachsen ließen.

Dieser Hass auf lange Haare wird in Hair besungen.

Frauen mit langen Haaren wurden von den "Hippies" sehr verehrt.

Die Begeisterung für lange Haare war nicht nur der Protest gegen das Establishment, auch das Gefühl für die Schönheit langer Haare:

"give me a head with hair, long beautiful hair" ... "There ain't no words for the beauty, the splendor, the wonder of my HAIR"

"frei" übersetzt:

"gib mir Haare, lange schöne Haare ... Es gibt keine Worte um die Schönheit, Pracht und das Wunder meiner Haare zu beschreiben".

Für einen Teil der männlichen Bevölkerung war das Feminine, das sich in schönen langen Haaren ausdrücken kann, erstrebenswert. Viele versuchten der Schönheit weiblicher Haare nachzueifern. Ganz im Gegensatz zu den an männlichen Werten orientierten Vorstellungen, die das Bild der Gesellschaft seit Jahrhunderten prägten (und wieder prägen).

Für Hair gibt es eine deutsche Version "Haare", die gegenüber der englischen Version aber im Laufe der Zeit an Bedeutung verloren hat. Die deutschen Texte sind nicht in allen Teilen direkte Übersetzungen, orientieren sich aber inhaltlich an den englischen Texten.

Die Texte für die "Deutsche Originalaufnahme" von 1968 stammen von Walter Brandin.

Die Angst vor einem Atomkrieg war 1967 weit stärker ausgeprägt als im Jahre 2003, und insbesondere der Vietnamkrieg hat das Lebensgefühl einer ganzen Generation beeinflusst. Die Verweigerung gegen den Krieg ist eines der zentralen Themen von Hair.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind lange Haare kein Symbol mehr für die Revolte gegen das Establishment, dennoch lebt Hair weiter und findet auch weiterhin Zuspruch, im Jahre 2003 werden eine Reihe von Aufführungen angeboten.

Zum Inhalt

Die Inhalte unterscheiden sich in verschiedenen Darstellungen und Verfilmungen. In der Originalversion geht es um einen Einberufungsbescheid, der einem Mitglied einer Gruppe von Hippies zugestellt wird.

In den Texten und Tanzszenen wird das Lebensgefühl der Hippies dargestellt, und wie sie auf Krieg und Gewalt reagieren.

In dem Lied Wassermann drückt sich die Erwartung und Hoffnung auf ein neues Zeitalter aus:

"Wenn der Mond im siebten Hause steht und Jupiter auf Mars zugeht, herrscht Friede unter den Planeten, lenkt Liebe ihre Bahn!"

Diese mystischen Erwartungen der Gruppe werden sich nicht erfüllen.

Weitere inhaltlichen Fragen, die das Musical bereits vor 39 Jahren aufwarf, befassen sich mit der Frage nach dem Sinn des Lebens und wohin es führen wird

"where do I go" - "wo gehe ich hin".

Ein Aspekt des Musicals behandelt die Flucht in die Träume, die Erweiterung der Erlebnisfähigkeit durch Drogen

"Walking in Space" - "Schweben im Raum",

eine eher defensive Lebenseinstellung.

Der Protest gegen den Krieg und gegen die immer weiter fortschreitende Entwicklung von Massenvernichtungswaffen drückt sich folgendermaßen aus:

"sterbend schon sind wir noch stolz auf den Staub vom letzten Atomversuch".

(Deutsche Version, Finale)

Der entstsprechende englische Text lautet: "Let the sunshine in".

Die Antwort auf die Probleme des Lebens wird folgendermaßen gegeben:

"Wir aber wissen wenn wir singen, das Leben kann von Innen neu beginnen. Laßt die Sonne, laßt den Sonnenschein in euch hinein".




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