Gustav Nachtigal
Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 zu Eichstedt (Stendal); † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher.Nachtigal studierte zunächst Medizin und wurde 1858 Militärarzt in Köln. Wegen einer Lungenerkrankung musste er sich in südliche Gefilde begeben. Zunächst lebte er in Algerien, ab 1863 in Tunis, wo er als Arzt am Feldzug gegen die aufständischen Stämme des Maghreb teilnahm und anschließend am Hof des Bej angestellt wurde.
Der Afrikareisende Gerhard Rohlfs wurde 1868 vom König von Preußen mit der Übergabe von Geschenken an den Sultan von Bornu beauftragt. Rohlfs übertrug diese Aufgabe an Nachtigal. Der brach im Frühjahr 1869 von Tripolis aus auf, hielt sich in Fessan auf und ging dann in das vorher von keinem Weißen betretene Gebiet der Tibbu, das Land Tibesti.
Im Juli 1870 erreichte er Kuka, bereiste die gegenden von Kanem und Borku, kehrte im Januar 1872 wieder nach Kuka zurück. Darauf wendete er sich nach Bagirmi und in die damals noch vorhandenen Heidelandschaften, die südlich der Stadt lagen. Nachdem er im Herbst 1872 wieder nach Kuka zurückgekehrt war, reiste er nach Wadai, ging im Sommer 1873 von der Hauptstadt Abeschr bis zur südlichen Landesgrenze und gelangte im Jahr darauf nach Darfur. Im Sommer 1874 erreichte er Kordofan und wenig später Khartum. Über Kairokehrte er 1875 nach Deutschland zurück und verfasste in Berlin die Ergebnisse seiner Reisen. Er wurde als Vorsitzender der Gesellschaft für Erdkunde und der Afrikanischen Gesellschaft eingesetzt und trat 1882 in den deutschen Konsulardienst ein.
Zunächst wirkte er als deutscher Konsul in Tunis, ging im Frühjahr 1884 als kaiserlicher Kommissar an die Küste von Oberguinea und setzte die deutsche Flagge am 5. Juli 1884 auf das Gebiet von Togo. Am 14. Juli stellte er Kamerun "unter deutschen Schutz".
Nachdem er am 8. April 1885 Kamerun verlassen hatte, erkrankte er an Bord der Möwe am Tropenfieber und starb an Bord am 20. April. Am 21. April wurde er auf Kap Palmas begraben.
1888 wurden seine sterblichen Überreste nach Kamerun überführt, wo ihm beim ehemaligen Gouvernementsgebäude ein Denkmal errichtet ist.






