Gott
Unter Gott versteht man entweder allgemein ein unsterbliches, übernatürliches und mit großer Macht ausgestattetes Wesen (im Polytheismus), oder im besonderen ein einziges höchstes personales Wesen (im Monotheismus), das zugleich als der unendliche Grund allen Seins verstanden wird.Der gemeinschaftliche Glaube an die Existenz eines oder mehrerer Götter wird als Religion bezeichnet. Davon unterscheiden sich die Verneinung der Existenz eines Gottes (Atheismus) und die Unentschiedenheit bezüglich dieser Frage (Agnostizismus).
Die polytheistische Vorstellung von Göttern zeigt sich insbesondere in den alten Mythologien der Antike und in vielen Religionen des afrikanischen und asiatischen Raumes. Die monotheistische Vorstellung ist kennzeichnend für eine Reihe jüngerer Religionen, von denen (in zeitlicher Reihenfolge) Judentum, Christentum, Islam und Baha'i gegenwärtig die größten sind.
Diese Einordnung kann noch verfeinert werden in
- Theismus ist der Glaube an einen persönlichen Gott, der die Welt erschaffen hat, sie erhält und lenkt,
- Deismus ist der Glaube, dass Gott zwar Schöpfer der Welt sei, sich aber seit der Schöpfung nicht mehr in das Geschehen der Welt eingreift und sich nicht mehr offenbart.
- Agnostizismus ist der Glaube, der behauptet, dass die Existenz Gottes nicht bewiesen oder widerlegt werden kann und sich deshalb jedes Urteils enthält und
- Pantheismus ist der Glaube, für den das Universum der (unpersönliche) Gott ist.
- Theokratismus ist der Glaube, dass Gott Herrscher aber nicht Schöpfer des Universums ist. Vgl. Religion, Theologie.
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2 Kritische Sicht des jüdischen und christlichen Gotts 3 Siehe auch 4 Literatur 5 Weblinks |
Das hebräische Wort 'El , dass wahrscheinlich "Mächtiger", oder "Starker" bedeutet, wird in der Bibel neben dem Wort Jahwe in der Pluralform ("Elohim") in Bezug auf den Allmächtigen, und im Singular auf andere Götter und sogar auf Menschen gebraucht. Oftmals wird der Begriff jedoch für ein "höchstes Wesen" verwendet.
Dem jüdischen und christlichen Gott werden (wie auch dem Gott des Islam und der Baha?i) die Attribute Macht (Omnipotenz), Wissen (Allwissenheit), Güte, Ewigkeit, Unveränderlichkeit und Unendlichkeit zugeschrieben.
Der jüdische und christliche Gott trägt den Eigennamen Jahwe, der - alter jüdischer Praxis folgend - auch in modernen Bibeln oft durch den Titel "HERR" ersetzt ist.
Jesus Christus wird im Neuen Testament als "Sohn Gottes" bezeichnet. Die Evangelien berichten, dass er diesen Titel auch für sich selbst beansprucht hat. Die christliche Reflexion führte zur Lehre von der Dreieinigkeit Gottes: Der eine Gott ist Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist; der Sohn hat Menschenschicksal bis zum Tod am Kreuz geteilt (Menschwerdung Gottes) und nimmt durch den Geist alle, die unter der Macht des Todes stehen und ihm vertrauen, in die Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott auf.
Aus der Sicht einiger Religionswissenschaftler und Atheisten steht das Verhalten Jahwehs teilweise im Gegensatz zu seinen Eigenschaften: Das Alte Testament berichtet von Situationen, in denen Gott Bruder- und Kindermord, und in Kriegen Völkermord angeordnet hat.
In der Religionswissenschaft wird der Jahwe-Glaubens manchmal auf externe Quellen zurückgeführt: als Wurzeln bezeichnet werden u.a. Babylon (Inanna; heutiger Irak, die Heimat Abrahams), Ägypten (die Heimat des Mose), Persien (starker Dualismus Gott - Teufel, Ahura Mazda - Ahriman), phönizisch (El, Baal (hebr. ba-al zevuv "Herr der Fliegen"), und schließlich Kanaan (Fruchtbarkeitsgottheiten Aschera/Astarte/Ashtaroth und Dagon, sowie Moloch/Melech hebr. "Herr", der Kinderopfer fordert). Konservative Theologen bestreiten eine solche Abhängigkeit und das Alte Testament bezeugt eine kritische Auseinandersetzung mit und Absetzung von diesen Gottheiten.
Für Gläubige und Atheisten stellt sich die essentielle Frage, warum ein allmächtiger Gott Leiden und Unglück auf der Welt nicht verhindert. Dieses Theodizee-Problem beschäftigt seit Jahrhunderten die Theologen und gilt als ein Hauptargument der Atheisten. (siehe Leibniz)
Wie auch gegen andere religiöse Phänomene oder allgemein den Glauben an übersinnliche Wesen oder Gegebenheiten, wird auch gegen den monotheistischen Gottesglauben religionskritisch eingewendet, es handele sich dabei um bloße Projektion.
Vorstellungen im Juden- und Christentum
Kritische Sicht des jüdischen und christlichen Gotts
Siehe auch
Literatur
Weblinks






