Gips
Chemisch besteht natürlicher Gips (als Mineral auch Selenit genannt) aus Calciumsulfat mit eingeschlossenem Kristallwasser (CaSO4 • 2H2O), durch Erhitzen entsteht daraus ein Hemihydrat (CaSO4 • 1/2H2O, auch Anhydrit I genannt), durch weiteres Erhitzen erhält man eine Form ganz ohne Kristallwasser die auch als Anhydrit II (als Mineral nur Anhydrit) bezeichnet wird.
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Wüstenrose, 10 cm lang.
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2 Eigenschaften und Verarbeitung 3 Verwendung |
Gips entstand geologisch durch Auskristallisieren von übersättigtem Calciumsulfat aus Meerwasser, aber auch als Verwitterungsprodukt sulfidischer Erze. Anhydrit kommt als Mineral in Salzlagerstätten vor und besteht aus kristallwasserfreiem Calciumsulfat (CaSO4).
Gips ist weitverbreitet, wichtige Vorkommen sind in Mexiko, Algerien, Spanien, Italien und Amerika. In Deutschland ist Gips unter anderem bei Osterode im Harz, Eisleben in Sachsen und Borken bei Kassel zu finden.
Gips kommt auch rosettenartig verwachsen (Gipsrose, Wüstenrose) vor, weiterhin treten feinfaserige (Fasergips, Atlasspat) Kristallformen auf oder durchsichtige Kristalltafeln (Marienglas). Alabaster ist sehr reiner und feinkörniger Gips. In Chihuahua (Mexiko) wurden Gips-Riesenkristalle von bis zu 15 m Länge entdeckt.
Als Polyhalit wird eine Gips-Varietät bezeichnet, welche mit Kaliumsulfat und Magnesiumsulfat verbunden, in den Steinsalzlagern von Strassfurt, Berchtesgaden und Ischl vorkommen. Stinkgips ist eine durch Bitumen verunreinigte Form.
Gips wird vorwiegend durch Bergbau gewonnen, fällt aber heute auch zunehmend bei der Rauchgasentschwefelung als Rauchgasgips an.
Gips ist ein monoklin-prismatisches Mineral, (CaSO4 • 2O), farblos oder weiß, bisweilen gefärbt; Dichte 2,3 g/cm3. Anhydrit kristallisiert rhombisch. Gips wird in verschiedenen Kristallformen gefunden, die Kristalle sind oft sehr groß, plastisch biegsam, vollkommen spaltbar, dicktafelig, oft krummflächig, manchmal auch verzwillingt (d.h. verwachsen). Gips hat eine geringe Härte, er kann schon mit dem Fingernagel geritzt werden.
Technisch nutzt man das Vermögen des Gipses, das durch Erhitzen (Brennen) teilweise oder ganz verlorene Kristallwasser beim Anrühren mit Wasser wieder aufzunehmen und dabei zu erhärten. Bei Erhitzen des Dihydrats (CaSO4 • 2H2O) auf etwa 110ºC entsteht gebrannter Gips (Halbhydrat bzw.
Hemihydrat genannt, CaSO4 • 2H1/2O), bei 130-160 ºC Stuckgips (Gemisch aus viel Halbhydrat und wenig Anhydrit). Sehr hoch erhitzter Gips wird auch totgebrannter Gips (Annalin) genannt, weil er mit Wasser nicht mehr abbindet.
Schon in der Antike wurde Gips als Baumaterial verwendet, so z.B. bei der Erbauung der Pyramiden von Gizeh oder der Alabastermoschee in Kairo. In der heutigen Bautechnik wird Gips für Zwischenwände verwendet (Rigips-Platten), sowie als Grundierung und Füllmittel.
Gips wird in der Medizin für den Gipsverband verwendet, dabei werden die betroffenen Gliedmaßen, werden mit feuchten Gipsbinden umwickelt, welche dann innerhalb von Minuten aushärten.
Gips wird in der Bildenden Kunst sehr oft für die Erstellung von Skulpturen verarbeitet, oder in der Technik für die Erstellung von Formen und Modellen verwendet.
Marienglas spielt auch heute noch bei Kirchen- und Alabaster-Restaurierungen ein wichtige Rolle.
Der totgebrannte Gips (Annalin) wird auch gerne als Zusatzstoff (Streckmittel) für Malerfarben verwendet, da er zu billigeren Produkten führt ohne die Farbqualität stark zu beeinträchtigen.Vorkommen und Gewinnung
Eigenschaften und Verarbeitung
Verwendung






