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Gera

{| border="0" cellpadding="2" cellspacing="1" bgcolor="#FFDEAD" align="right" ! Wappen ! Karte |----- bgcolor="#FFFFFF" | align="center" | | align="center" | |----- ! colspan="2" bgcolor="#FFDEAD" | Basisdaten |----- bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: || Thüringen |----- bgcolor="#FFFFFF" | Kreis: || Stadtkreis |----- bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: || 151,97 km² |----- bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: || 112.835 (2000) |----- bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: || 743 Einwohner/km² |----- bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: || 205 m ü. NN |----- bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 07545-07557
(alte PLZ: 6500-6505) |----- bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahlen: | Gera: 0365
Gera-Söllmnitz: 036695 |----- bgcolor="#FFFFFF" | valign="top" | Geografische Lage: | 50°52'36'' N.B.
12°05'08'' Ö.L. |----- bgcolor="#FFFFFF" | KFZ-Kennzeichen: || G |----- bgcolor="#FFFFFF" | Amtliche Gemeindekennzahl: || 16 0 52 000 |----- bgcolor="#FFFFFF" | Gliederung des Stadtgebiets: || 40 Stadtteile |----- bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: || Kornmarkt 12
07545 Gera |----- bgcolor="#FFFFFF" | Webseite: || www.gera.de |----- bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: || ha@gera.de |----- ! colspan="2" bgcolor="#FFDEAD" | Politik |----- bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeister: || Ralf Rauch (parteilos) |----- bgcolor="#FFFFFF" | Regierende Partei: || CDU |}

Gera ist eine kreisfreie Stadt im Bundesland Thüringen. Sie ist nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt des Landes. Es gibt in Thüringen auch einen Fluss gleichen Namens, siehe Gera (Fluss).

Table of contents
1 Geographie
2 Geschichte
3 Religion
4 Politik
5 Wirtschaft
6 Städtepartnerschaften
7 Stadtgliederung
8 Entwicklung des Stadtgebiets
9 Kultur
10 Persönlichkeiten
11 Veranstaltungen
12 Links

Geographie

Gera liegt im östlichsten Zipfel des Freistaates nahe den Grenzen zu Sachsen-Anhalt und Sachsen im Tal des Flusses Weiße Elster. An der südlichen Stadtgrenze (bei Wünschendorf) tritt diese aus ihrem engen Tal heraus und fließt in eine breite Tallandschaft, in der sich die Stadt Gera ausbreitet. Während der Westrand des Tales relativ steil abfällt, steigt der Ostrand allmählich an.
Die Höhenlage Geras tendiert zwischen 180 m (Bett der Weißen Elster) und 354 m (bei Gera-Falka im äußersten Südosten). Als Höhe Geras wird meist 205 m über NN angegeben, die Höhe des Marktplatzes. Gera hat mit dem Geraer Stadtwald im Westen des Stadtgebietes die größte zusammenhängende Waldfläche aller Thüringer Städte. Ein weiteres großes Waldgebiet gibt es im äußersten Nordwesten der Stadt.
Die hauptsächlich vertretenen Gesteinsarten sind Kalkstein und Rotliegendes. Im Norden des Stadtgebietes gibt es geringe Vorkommen von Braunkohle, die im 19. Jahrhundert abgebaut wurde.
Bei Gera (Weida) liegt die Stelle des südlichsten Vordringens der eiszeitlichen Gletscher (Elster-Eiszeit) in Deutschland.

Geschichte

Name

Der Name Gera stammt von dem frühgermanischen "ger-aha", was wahrscheinlich "gurgelndes Gewässer" oder "gurgelnder Fluss" bedeutet. Früher versuchte man die Silbe "ger" als "Keil" oder "Speer" zu deuten. Demzufolge hätte der Name "Keilförmiger Landstrich an einem Fluss" bedeutet.
Ursprünglich bezeichnete der Name "Gera" nur einen Landstrich, erst im
12. Jahrhundert entstand in dessen Zentrum eine Siedlung gleichen Namens.

Frühgeschichte

Das Stadtgebiet Geras ist seit der Altsteinzeit besiedelt. In der "Lindenthaler Hyänenhöhle" wurden im 19. Jahrhundert bedeutende prähistorische Funde gemacht. Das älteste Relikt menschlicher Besiedlung im Stadtgebiet ist ein ca. 80.000 Jahre alter Faustkeil, gefunden bei Gera-Pforten.
Um Christi Geburt ist Gera ein Zentrum der Eisenverhüttung. Davon zeugen die Eisenöfen, die in den 1920er und 1930er Jahren bei Gera-Tinz entdeckt wurden und sich heute im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Weimar befinden.
Im 6. Jahrhundert verlassen die germanischen Hermunduren im Zuge der Völkerwanderung Ostthüringen, ab dem 8. Jahrhundert ist eine slawische Besiedlung nachweisbar.

Mittelalter

Am 31. März 995 schenkt Otto III dem Bischof von Naumburg das Gebiet Crossen (nördlich von Gera), in der Grenzbeschreibung wird der Name "Gera" erstmalig erwähnt.
Am 26. April 999 schenkt Otto III. dann das Gebiet Gera seiner Schwester Adelheid, der Äbtissin von Quedlinburg. Danach findet der Name über ein Jahrhundert lang keine Erwähnung mehr. Erst im 12. Jahrhundert tauchen einige "Edle von Gera" namentlich in Urkunden auf, und 1121 und 1146 werden zahlreiche Dörfer im Norden des heutigen Stadtgebietes urkundlich erwähnt, die sich damals im Besitz der Namburger Bischöfe befanden.
1209 erhalten die Vögte von Weida das Gebiet Gera. Aus ihnen gehen die Grafen und Fürsten von Reuß hervor, die die Geschichte der Stadt über sieben Jahrhunderte bestimmen werden.
Wann genau Gera Stadtrecht erhielt, ist nicht bekannt. In einer Urkunde vom 25. Oktober 1237 ist ertmals von den "Bürgern der Stadt Gera" die Rede. Da in einer undatierten Urkunde von ca. 1200 noch vom "Dorf Gera" gesprochen wird, erfolgte die Stadtgründung wahrscheinlich im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts.
Über die ersten Jahrhunderte der Stadt weiß man nicht viel. Bereits seit 1234 ist in Gera eine Kirche nachgewiesen. 1254 soll späteren Quellen zufolge das erste Rathaus errichtet worden sein, die Stadtmauer vermutlich im 14. Jahrhundert. 1450 kommt es zu einer starken Zerstörung im Sächsischen Bruderkrieg, von der sich die Stadt jedoch relativ schnell erholt. Zu Bedeutung kommt nun die Textilproduktion, die für die nächsten Jahrhunderte einen der wichtigsten Erwerbszweige darstellen wird. 1460 wird "Gerisch Tuch" zum ersten Mal auf der Leipziger Messe gehandelt. In dieser Zeit wurden die Grundlagen für die Blüte der Stadt im 16 und 17. Jahrhundert gelegt.

Frühe Neuzeit

Wie schon erwähnt, stellen das 16. und 17. Jahrhundert eine Blütezeit für Gera dar. Tuchherstellung und Handel florieren, auch das Brauwesen ist bedeutend. Nicolaus de Smit (1541-1623), ein niederländischer Tuchhändler, verbessert um 1600 die in Gera angewandten Verfahren zur Tuchherstellung. Das Haus Reuß hat mit Heinrich Posthumus (1572-1635) in dieser Zeit seinen bedeutendsten Vertreter.
Ab 1546 (Schmalkaldischer Krieg) ist Gera offiziell Lehen der böhmischen Krone, der böhmische König hat jedoch keinen Einfluss auf Gera. Dennoch besteht das Lehensverhältnis formal bis 1806/07. Der Dreißigjährige Krieg zieht auch an Gera nicht spurlos vorüber - 1639 zerstört ein von plündernden schwedischen Soldaten gelegtes Feuer die Stadt zu einem Drittel.
Auch später wird Gera noch mehrmals von Katastrophen heimgesucht - 1686 verbrennen zwei Drittel der Stadt bei einem durch Fahrlässigkeit verursachten Stadtbrand. Noch übertroffen wird die Brandkatastrophe aber von dem Stadtbrand am 18. September 1780, bei dem praktisch die gesamte Altstadt in Schutt und Asche gelegt wird.
1802 stirbt die Grafenlinie Reuß-Gera aus, durch Vereinigung mit dem Fürstentum Reuß-Schleiz und später mit Reuß-Ebersdorf entsteht das Fürstentum Reuß jüngere Linie.

Spätere Neuzeit

Vom 11 bis 13. Oktober 1806 weilt Napoleon in Gera, er verlässt es am Morgen des 13. Oktober in westlicher Richtung und siegt am nächsten Tag in der Schlacht bei Jena und Auerstedt.
Nach den Napoleonischen Kriegen setzt schnell die Industrialisierung ein. 1833 nimmt die erste Dampfmaschine den Betrieb auf, und 1859 wird die Eisenbahnstrecke nach Weißenfels eingeweiht. Der wichtigste Erwerbszweig in Gera bleibt weiterhin die Textilproduktion.
1892 erhält Gera als zweite deutsche Stadt eine Straßenbahn: 1893 wird in Gera der Deutsche Arbeiter-Turner-Bund gegründet.
Im Zuge der Novemberrevolution muss der letzte Fürst von Reuß jüngere Linie im Jahr 1918 abdanken, ab 1920 ist Gera Teil des neugegründeten Landes Thüringen.

Weimarer Republik und Drittes Reich

Wie überall in Deutschland ist die Zeit der Weimarer Republik auch in Gera von politischer Instabilität geprägt. Beim Kapp-Putsch kommt es 1920 in der Stadt zu Unruhen, bei denen fünfzehn Menschen ums Leben kommen. 1925 spricht Adolf Hitler erstmals in Gera.
Als die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 die Macht im Deutschen Reich übernehmen, hat das auch für Gera fatale Auswikungen. Der bisherige Oberbürgermeister, Dr. Walter Arnold, muss in den Ruhestand gehen, um dem Nationalsozialisten Walter Kießling Platz zu machen.
Nachdem es schon 1944 zu Bombenangriffen gekommen war, wird die Stadt am 6. April 1945 schwer zerstört. Der Todesmarsch der Buchenwald-Häftlinge führt am 13. April auch durch Gera, acht Menschen werden dabei im Stadtgebiet erschossen.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Stadt am 14. April 1945 von den Amerikanern befreit, nachdem es am Vortag noch zu einem militärisch sinnlosen Gefecht an der westlichen Stadtgrenze gekommen war, bei dem dreizehn Menschen ihr Leben verloren hatten. Die Amerikaner setzen Rudolf Paul als neuen Oberbürgermeister ein, der am 7. Mai seine Amtsgeschäfte aufnimmt. Auf Grund alliierter Vereinbarungen wird Gera am 2. Juli 1945 sowjetisch besetzt. Durch die Sowjets beginnt nun der Aufbau des Sozialismus.

DDR-Zeit

Von 1952 bis 1990 ist Gera Bezirksstadt (Bezirk Gera), 1959 wird es auch Großstadt.
Ab 1972 entsteht im Stadtteil Lusan das größte Neubaugebiet des Bezirkes, Ende der 1980er Jahre leben dort 45 000 Einwohner.
Trotz allem muss man sagen, dass die DDR-Zeit für Gera eine Blütezeit darstellt. Textilindustrie, Elektronikindustrie und optische Industrie garantieren Tausende Arbeitsplätze, auch das kuturelle Leben ist vielseitig - ab Ende der 70er Jahre findet in Gera aller zwei Jahre das Kinderfilm- und -fernsehfestival "Goldener Spatz" statt, 1981 wird das Kultur- und Kongresszentrum eingeweiht, 1984 finden im Bezirk Gera die Arbeiterfestspiele der DDR statt.
Bei seinem Besuch in Gera hält Erich Honecker am 13. Oktober 1980 die so genannte "Geraer Rede", in der er sich zu grundlegenden Fragen des Verhältnisses zwischen DDR und BRD äußert.
Am 22. Oktober 1989 schließen sich in Gera einige hundert Jugendliche zu einer spontanen Demonstration zusammen, ab 26. Oktober gibt es jeden Donnerstag eine Demonstration. Der Erste Sekretär der SED-Bezirksleitung Gera, Herbert Ziegenhahn, tritt am 2. November zurück. Noch bis 1990 werden die Donnerstagsdemos durchgeführt.

Wiedervereinigtes Deutschland

Am 6. Mai 1990 finden in Gera Kommunalwahlen statt, es siegt die CDU mit Michael Galley. Am 22. Juli desselben Jahres wird Gera Teil des neuen Landes Thüringen. Als größte Stadt des "alten" Thüringen in den Grenzen vor 1933 hatte es sich auch um die Funktion als Landeshauptstadt beworben, war aber in der Abstimmung dem zwar früher preußischen, dafür aber größeren und zentral gelegenen Erfurt unterlegen.
1994 werden zahlreiche Orte vor allem nördlich und östlich der Stadt eingemeindet, der Landkreis Gera wird aufgelöst. Außerdem wird im selben Jahr der Oberbürgermeister erstmals in Geras Geschichte direkt gewählt, es siegt der parteilose Ralf Rauch. Zwar kann er durch den Bau mehrerer neuer Einkaufszentren den Einzelhandel fördern und größere Handelsketten nach Gera locken, die Ansiedlung neuer Industriebetriebe gelingt jedoch nicht.

Religion

In Gera gibt es 13 evangelisch-lutherische Pfarrämter. Gera ist Sitz des Kreiskirchenamtes Ost der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, außerdem Sitz einer Superintendentur.
Die Katholische Kirche ist mit der Pfarrei St. Elisabeth (mit den Kapellen St. Jakobus in Gera-Langenberg und Maria Geburt in Ronneburg) und mit der Pfarrei Hl. Maximilian Kolbe vertreten. Gera ist der Sitz eines Dekanats im Bistum Dresden-Meißen.
Kleinere in Gera vertretene christliche Gemeinden sind die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-Methodistische Gemeinde (Methodisten), die Freie Evangelische Gemeinde, die Adventgemeinde, die Christliche Gemeinde und die Neuapostolische Gemeinde. Auch Zeugen Jehovas gibt es.
Nichtchristliche Religionen sind in Gera praktisch nicht vorhanden, das jüdische Leben aus der Zeit vor 1938 wurde nach dem Nationalsozialismus nicht wiederbelebt.

Politik

Oberbürgermeister des 20. Jahrhunderts

Bürgermeister (Stellvertreter des Oberbürgermeisters) ist Norbert Hein (CDU). Einige Stadtteile haben außerdem einen Ortsbürgermeister.

Sitzverteilung im Stadtrat

Ergebnisse der Bundestagswahl 2002

Wahlkreis Gera/Saale-Holzland:

Erststimme

Zweitstimme Bundestagsmandat: Karsten Schönfeld (SPD)

Staatliche Einrichtungen

In Gera befindet sich seit 1998 eine der vier deutschen Zweigstellen der BfA (Bundesversicherungsanstalt für Angestellte), neben Berlin, Stralsund und Brandenburg an der Havel.

Wirtschaft

Die wichtigsten Wirtschaftszweige vor 1990 haben in Gera heute nur noch eine geringe oder gar keine Bedeutung mehr: Werkzeugmaschinenbau (VEB Wema Union), Textilindustrie (VEB Modedruck), Elektronik und Gerätebau (VEB Elektronik Gera) existieren nicht mehr. Außerdem gab es in Gera Außenstellen von Carl Zeiss Jena sowie eine Brauerei.

Heute sind die größten Firmen Gera-Gewürze (Gewürzherstellung), Gerana (Kosmetikartikel) sowie Othüna (Margarineherstellung). Seit Ende der 1990er entstanden in Gera drei große Einkaufszentren (1998 Gera-Arcaden, 2000 Amthor-Passage, 2003 Elster-Forum). Die Arbeitslosenquote betrug 2002 19,2%, das entspricht 10.400 Arbeitslosen.

Verkehr

Städtepartnerschaften

Stadtgliederung

Gliederung in 40 Stadtteile, u. a.:

Entwicklung des Stadtgebiets

Einwohnerentwicklung

Einwohner(Stand 2000): ca. 112.835 (Frauen: 58.438, Männer: 54.397)

Kultur

Sehenswürdigkeiten

Museen

Theater und Kino

Bildung

Sport

Erfolgreich ist Gera vor allem im Speedskating. Im Fußball ist der bedeutendste Verein der 1. FC Gera 03 (früher TSV 1880 Gera-Zwötzen), der in der Thüringenliga spielt. Der bis vor kurzem größte Verein, der 1. SV Gera, musste nach der Saison 2002/2003 Insolvenz anmelden.
Außerdem ist Gera ein Zentrum des Reitsports (Reitsportanlage Gera-Milbitz). Früher spielte Gera auch im Boxen und im Radsport eine Rolle. Zwischen 1967 und 2001 war es 14-mal Etappenort der Internationalen Friedensfahrt.
Es ist bis 2007 eine neue Vierfeld-Sporthalle geplant, es existiert bereits ein modernes Hallenbad. Außerdem gibt es 4 Freibäder.

Persönlichkeiten

Veranstaltungen

Links


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