Geldschöpfung
Zählt man Geld-Guthaben selbst zum Geld, so multipliziert sich das von der Zentralbank geschaffene Geld, wenn solche Guthaben entstehen:Eine Nichtbank (NB) zahlt auf eine Geschäftsbank (GB) einen Betrag X ein, die GB hält also X an Zahlungsmittel und entsprechend X Sichteinlagen als Gegenbuchung. Nun bewahrt die GB dX nicht nur auf, dann wäre sie nur ein besseres Schließfach. Die GB verleiht zum einen Geld, zum anderen ist es ihr vorgeschrieben Mindestreserven bei der Zentralbank zu halten. Sie kann jetzt X bei der Zentralbank hinterlegen und Y an Kredit an eine weitere Nichtbank ausgeben. Die Bilanz der GB sieht nun wie folgt aus:
Aktiva | Passiva
Zahlungsmittel 0 | Sichteinlagen X+Y Kredite Y | Guthaben bei Zentralbank X |
Der Kreditnehmer stellt jetzt einen Scheck über Y aus, der bei einer Geschäftsbank GB2 eingereicht wird. Die GB2 legt den Scheck der Zentralbank als Clearingstelle vor, die die GB1 belastet.
Jetzt haben wir folgende Bilanzen.
GB1
Aktiva | Passiva
------------------------------------------------
Zahlungsmittel 0 | Sichteinlagen X
Kredite Y |
Guthaben bei Zentralbank X-Y |
GB2
Aktiva | Passiva
-----------------------------------------------
Guthaben bei Zentralbank Y | Sichteinlagen Y
Y kann jetzt maximal den Wert von X - die vorgeschriebene Mindestreserve erreichen.
GB2 ist jetzt, wenn auch mit geringeren Mitteln, in der gleichen Lage wie GB1 zu Anfang unserer Betrachtung. Sie kann genauso Kredite vergeben. Die dritte Bank ebenso. Über eine Reihenentwicklung können wir jetzt die maximale Geldmenge berechnen, die bei einer Mindestreserve von r geschöpft werden kann: 1/r * mit den zur Verfügung stehenden Mitteln.
Das heißt aber nicht, dass die Menge auch tatsächlich genutzt wird, sie ist lediglich die Maximalmenge.
Wenn nun die Zahlungsmittel unabhängig von der Zentralbank vom Staat ausgegeben werden (Notenpresse) kann die Zentralbank über die geforderte Mindestreserve die Geldmenge steuern. Allerdings ist sie dabei von der Verteilung des Geldes in Buch und Bargeld abhängig. Je höher der Bargeldanteil ist, desto kleiner sind die Möglichkeiten einer Zentralbank.






