Gegenreformation
Die Gegenreformation bezeichnet die Versuche der Römisch-katholischen Kirche seit dem 16. Jahrhundert, eine Rekatholisierung protestantisch gewordener Gebiete einzuleiten. Sie wurde zunächst mit Mitteln der Überzeugung, später unter Verwendung staatlicher Repression durchgeführt.
- In Deutschland erreichte die Gegenreformation in den Jahren nach 1555 ihren Höhepunkt, als der Augsburger Religionsfriede die Landesherren zur Entscheidung über die Konfession ihrer Untertanen ermächtigte. Sie führte 1618 in den Dreißigjährigen Krieg und endete 1648 mit dem Westfälischen Frieden.
- In Österreich begann die Gegenreformation 1548 und erfasste bis 1576 einen Großteil des Landes. Die in der böhmischen Konföderation zusammengeschlossenen protestantischen Städte wurden 1620 am Bilá hora (Weißer Berg) bei Prag von Ferdinand II besiegt. Der protestantische Adel wurde ausgewiesen oder zum Konfessionswechsel gezwungen. Erst Joseph II erlaubte 1781 den Protestantismus.
- In Frankreich versuchten ab 1559 die bis dahin im Untergrund agierenden Hugenotten, eine Anerkennung ihres Glaubens zu erreichen. Die Verweigerung ihrer Rechte und staatliche Verfolgung (Bartholomäusnacht 1572) führen zu konfessionellen Bürgerkriegen, in deren Folge ein Großteil der Hugenotten auswanderten. Religionsfreiheit wurde ihnen 1804 mit dem Code Napoléon gewährt.






