Freikorps
Als Freikorps (frz. corps - Körper(schaft) aus lat. corpus - Körper) wurden zunächst freiwillige Einheiten, heute aber paramilitärische Einheiten bezeichnet. Ursprünglich wurden Freikorps durch Friedrich II um die Zeit des siebenjährigen Krieges ausgehoben. Da sie unter den regulären Truppen als unzuverlässig galten, wurden sie hauptsächlich für Wach- und ähnliche Aufgaben eingesetzt und bald nach dem Krieg aufgelöst.
Die Bedeutung der Begriffes Freikorps hat sich jedoch im Laufe der Zeit gewandelt. Freikorps im heutigen Sinne entstanden in Deutschland zuerst im Laufe der Befreiungskriege gegen das Napoleonische Frankreich aus Truppen geschlagener Kleinstaaten, die den Kampf fortsetzten wollten, zusammen mit Bürgern und Studenten nationaler Gesinnung. Nach Ende des 1. Weltkriegs bildeten sich erneut Freikorps aus den heimkehrenden Soldaten, jedoch ohne historische Kontinuität zu den Freikorps der Befreiungskriege.
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2 Freikorps nach dem Ersten Weltkrieg 3 Berühmte Mitglieder von Freikorps 4 Weblinks |
Vielen der heimkehrenden Soldaten war das zivile Leben nach den Kriegsjahren fremd, sie waren vom Zusammenbruch der Monarchie schockiert und sie waren erwerbslos. Angesichts der Unruhen und Aufstände im Reich benötigten aber die neue Reichsregierung unter Friedrich Ebert für den Straßenkampf ausgebildete Soldaten zu ihrem Schutz. Da das zurückkehrende Frontheer dieser Aufgabe nicht gewachsen war, wurde zur Jahreswende 1918/19 die Freiwilligenwerbung eingeleitet. So schlossen sich etwa 400000 ehemalige Soldaten den Freikorps an, die zur Niederschlagung linker Putschversuche eingesetzt wurden. Beim Berliner Januaraufstand 1919 wurden die prominenten KPD-Gründer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von Soldaten der "Garde-Kavallerie-Schützen-Division" getötet.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags durfte die Weimarer Republik zum Stichtag 1. Januar 1921 nur noch ein Heer von 100.000 Mann unterhalten. Somit mussten die Freikorps schrittweise aufgelöst werden. Dagegen rührte sich in den Reihen derer, die von Entlassung bedroht waren, Widerspruch. So kam es Mitte März 1920 zum Kapp-Putsch, der aber infolge eines Generalstreiks und der Verweigerung der Beamten, den Anordnungen der Putschisten zu gehorchen, rasch in sich zusammenbrach. Im Zuge der Auflösung der Freikorps wurden einige Mitglieder in die Reichswehr übernommen. Andere fanden bei anderen radikalen Gruppen ein Unterkommen, etwa beim Stahlhelm, der SA oder SS.
Eine Besonderheit stellte die Technische Nothilfe dar, eine aus den Freikorps hervorgegangene halbstaatliche Einrichtung beim Reichsinnenministerium zur Bekämpfung wilder Streiks in lebenswichtigen Betrieben. Im Gegensatz zu allen anderen Freikorps existierte sie weit über das unruhige erste Jahrfünft der Weimarer Republik hinaus und wurde erst 1945 aufgelöst.
Viele spätere Mitglieder und Führungspersönlichkeiten der NSDAP waren Mitglieder in Freikorps, wie etwa Ernst Röhm, der spätere Chef der SA.
Freikorps der Befreiungskriege
Während der Befreiungskriege gegen die napoleonische Besatzung Deutschlands gingen Soldaten wie Lützow und Ferdinand von Schill ohne Befehl ihrer Herrschaft gegen die napoleonischen Truppen vor.
Freikorps nach dem Ersten Weltkrieg
Berühmte Mitglieder von Freikorps
siehe auch: Freikorps von Kleist (Siebenjähriger Krieg), Lützowsches Freikorps (Befreiungskriege), Freikorps Loewenfeld (Erster Weltkrieg)






