Freie Deutsche Jugend
Die Freie Deutsche Jugend (Abk. FDJ) ist ein antifaschistischer deutscher Jugendverband und Mitglied im Weltbund der demokratischen Jugend (Abk. WBDJ). Erste Gruppen entstanden während des zweiten Weltkriegs im Exil (im Juni 1936 in Paris, am 7. Mai 1938 in Prag, seit April 1939 in Großbritannien). Bis zum Kriegsende gelang es jedoch nicht, in Deutschland selbst Gruppen zu bilden.
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2 In der Bundesrepublik Deutschland 3 Nach der Wende 4 Vorsitzende 5 Weblinks |
Auf dem Gebiet der SBZ, der späteren DDR wurde die FDJ am 7. März 1946 formell gegründet. Name und Emblem (aufgehende Sonne) wurden von den Exilgruppen übernommen; die Exilgruppen wurden aber ab dann verschwiegen.
Die FDJ entwickelte sich zur Massenorganisation.
Fast jeder Schüler ist, nachdem er bei den Jungpionierenen bzw. Thälmann-Pionierenen war, in die FDJ eingetreten. Der Gruß der FDJler war Freundschaft. Die FDJ-Kleidung war eine blaue Bluse mit einem Sonnenemblem auf dem Ärmel.
Die Organisation hatte die Aufgabe, die Jugend in den Marxismus-Leninismus einzuführen. Sie verstand sich ausgesprochenermaßen als Kampfreserve der SED und entfaltete demgemäß ihre Aktivitäten. Sie organisierte tausende von Urlaubsreisen für die jungen Leute über ihre Agentur Jugendtourist und unterhielt zahlreiche Jugendklubs.
Die Zeitung der FDJ war die Junge Welt.
An jeder Schule und in jedem Betrieb gab es eine Grundorganisation der FDJ, geleitet von einem Freundschaftsrat.
In den siebziger Jahren gab es die Poetenbewegung mit den Poetenseminaren im Schweriner Schloss. Daneben existierte die Singebewegung mit Singegruppen in vielen Schulen und Betrieben. Sie trafen sich beim Festival des politischen Liedes.
Die FDJ war auch Träger der Messe der Meister von Morgen, in der junge Bastler und Erfinder ihre Exponate vorstellen konnten.
Bei den Pfingsttreffen trafen sich tausende Mitglieder in einer bestimmten Stadt. Daneben gab es Jugendfestivals.
Die letzte Großaktion der FDJ war der Fackelumzug in Berlin zum 40. Jahrestag der DDR am Freitag den 6. Oktober 1989. Hierzu wurden aus jeder Schule der DDR ein FDJ-ler nach Berlin geschickt. Augenfällig war hierbei der wesentlich größere öffentliche Applaus, den Michail Gorbatschow gegenüber dem ZK der SED selbst von der Kampfreserve der SED erhielt.
Auf dem Gebiet der BRD kämpfte die FDJ gegen die Einführung der Bundeswehr. Aufgrund dessen, dass sie von der SED gelenkt wurde und aufgrund des im Kalten Kriegs herrschenden Antikommunismus wurde die FDJ 1951 verboten. 1952 wurde der FDJler Philipp Müller bei einer Friedensdemonstration von der Polizei erschossen.
Das Verbot besteht weiterhin, bezieht sich aber nach heutiger Auffassung des Innenministeriums nur auf den Westteil als eigenständige Teilvereinigung.
Nach der Wende verlor die Organisation nahezu alle Mitglieder, hat andererseits aber auch wieder Basisgruppen im Westen bilden können. Im Berliner Karl-Liebknecht Haus, dem Sitz der PDS, hat die FDJ nur noch einen Briefkasten, weil sie angeblich die Miete nicht mehr zahlen konnte. Die sonntäglichen Treffen finden jetzt in den Räumen der DKP statt, die ihr Büro im ehemaligen Redaktionsgebäude des Neuen Deutschlands hat.
Schwierigkeiten: Die PDS erkennt die heutige FDJ nicht mehr als ihren parteinahen Jugendverband an und gründete stattdessen die AG Junge GenossInnen, sowie den Jugendverband 'solid.
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