Erde (Planet)
Dieser Artikel befasst sich mit dem Planeten Erde. Andere Bedeutungen unter Erde (Begriffsklärung).{| border="1" cellspacing="0" cellpadding="2" align="right" style="margin-left:1em;" |---- ! align="center" bgcolor="black" colspan="2" |
1 AE |---- | align="left" | Exzentrizität | align="right" | 0,01671022 |---- | Aphel | align="right" | 147,1 Mio. km |---- | Perihel | align="right" | 152,1 Mio. km |---- | align="left" | Siderische Periode | align="right" | 365 Tage 6 Std. 9 Min. 10 Sek. |---- | align="left" | Synodische Periode | align="right" | - |---- | align="left" | durchschn Orbitalgeschwindigkeit | align="right" | 29,7859 km/s |---- | align="left" | Inklination | align="right" | 0,00005° |---- ! bgcolor="#c0c0ff" colspan="2" | Physikalische Eigenschaften |---- | align="left" | Durchmesser am Äquator | align="right" | 12756,3 km |---- | align="left" | Oberflächeninhalt | align="right" | 511,2 Mio. km2 |---- | align="left" | Masse | align="right" | 5,9742 × 1024 kg |---- | align="left" | Mittlere Dichte | align="right" | 5,515 g/cm3 |- valign="top" | | align="left" | Schwerkraft
an der Oberfläche | align="right" | 9,81 m/s² |---- | align="left" | Rotationsperiode | align="right" | 23 Std. 56 Min. 4 Sek. |---- | align="left" | Neigung der Drehachse | align="right" | 23,45° |---- | align="left" | Albedo | align="right" | 0,37 |---- | align="left" | Fluchtgeschwindigkeit | align="right" | 11,18 km/s |---- | align="left" | Temperatur
an der Oberfläche | align="right" | {| cellspacing="0" cellpadding="2" border="0" width="100%" | |---- ! Min ! Mittel ! Max |---- | align="center" | 184K | align="center" | 288K | align="center" | 331K |---- |} |---- ! bgcolor="#c0c0ff" colspan="2" | Eigenschaften der Atmosphäre |---- | align="left" | Druck | align="right" | 1013 kPa |---- | Stickstoff | align="right" | 78% |---- | Sauerstoff | align="right" | 21% |---- | Argon | align="right" | 1% |---- | CO&sub2 | align="right" | 350 ppm |---- | Neon | align="right" | 18,18 ppm |---- ! bgcolor="#c0c0ff" colspan="2" | Sonstige Daten |---- | align="left" | Anzahl der Satelliten | align="right" | 1, der Erdmond |---- |+
"Größtenteils harmlos."
(Aus Per Anhalter durch die Galaxis)
| Table of contents |
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2 Aufbau
2.1 Eigenschaften der Schalen
3 Wissenswertes2.2 Erforschung des schaligen Aufbaus der Erde 2.3 Entstehung des Schalenaufbaus 4 Weblinks |
Daten
Die Erde ist nur sehr annähernd eine Kugel.
Durch die Fliehkräfte ihrer Rotation ist sie an den Polen geringfügig abgeplattet, so dass Umfang und Durchmesser des Planeten um 0,27 % variieren (man nennt diese Form auch Geoid).
Die Unterschiede im Umfang bewirken, dass es keinen eindeutig höchsten Berg auf der Erde gibt, siehe Chimborazo, Mt. Everest, Mauna Loa
Sie hat eine Oberfläche von 510,1 Millionen km2, die sich in Landfläche (≈29 %) und Wasserfläche (≈71 %) unterteilt. Auf der Landfläche erstrecken sich die Kontinente.
Die Erde ist umgeben von einer ca. 640 km hohen Atmosphäre. In bodennahen Schichten besteht diese im Wesentlichen aus 78% Stickstoff, 21 % Sauerstoff und Edelgasen.
Die Erde besteht in ihrem Inneren aus drei durch seismische Diskontinuitätsflächen (Unstetigkeitsflächen) begrenzte Schalen:
Der Erdkruste,
dem Erdmantel und
dem Erdkern.
Die Erdkruste, auch Lithosphäre genannt (zur Lithosphäre zählt auch noch der äußere starre Teil des oberen Erdmanels), besteht aus zwei sehr unterschiedlichen Strukturen:
Unsere Kenntnisse über den Aufbau der Erde stammen aus verschiedenen geophysikalischen Quellen:
Die tiefste Bohrung, die je durchgeführt wurde, fand in Russland auf der Halbinsel Kola statt und führte bis in eine Tiefe von 12 km. Hier konnte die oberste Schicht der kontinentalen Kruste erforscht werden, die an dieser Stelle eine Mächtigkeit von etwa 30 km besitzt. Eine weitere Tiefbohrung, die 9,1 km erreicht hat, wurde in der deutschen Oberpfalz vorgenommen. Bei einer geplanten Tiefe von 14 km wäre es möglich gewesen, die kontinentale Kruste an der Nahtstelle zu erforschen, an der vor 300 Millionen Jahren die auf dem Erdmantel driftenden Kontinente Ur-Afrika und Ur-Europa kollidierten.
Tiefbohrungen bewegen sich im oberen Krustenbereich und können daher nur einen kleinen Einblick ins Erdinnere gewähren. Würde man die Erde auf Apfelgröße verkleinern, so würden unsere tiefsten Bohrungen noch nicht einmal dem Anritzen der Schale entsprechen. Durch Bohrungen in größere Tiefen vorzustoßen scheitert vorläufig am hohen technischen Aufwand, bedingt durch die hohen Drücke (in 14 km Tiefe ca. 4 kbar) und Temperaturen (in 14 km Tiefe ca. 300°C).
Die größte Tiefe, aus der Magma an die Erdoberfläche dringt und dabei die verschiedenen Formen des Vulkanismus hervorbringt, findet sich an der Grenzschicht zwischem dem äußeren Kern und dem unteren Mantel, wie das z.B. bei Plumes zu beobachten ist. Das bei einer Eruption zu Tage geförderte Material stammt also teilweise aus dem Mantel und kann entsprechend analysiert werden.
Weiteren Aufschluss über die Manteleigenschaften kann man über die Erforschung der mittelozeanischen Rücken gewinnen. Der hier direkt unter der Plattengrenze liegende Mantel steigt auf, um den Raum in den entstehenden Lücken zu füllen. Normalerweise schmilzt das Mantelgestein dabei durch die Druckentlastung und bildet nach Erkalten die neue Ozeankruste auf dem Meeresboden. Diese rund 8 km mächtige Kruste versiegelt den Zugang zum ursprünglichen Mantelgestein. Eine interessante Ausnahme bildet möglicherweise der mittelozeanische Rücken zwischen Grönland und Russland, der Gakkel-Rücken, der der langsamst spreizende Rücken der Erde ist (weniger als 1 cm pro Jahr). Der Erdmantel steigt hier nur sehr langsam auf. Daher bildet sich keine Schmelze und in Folge dessen auch keine Kruste. Das Mantelgestein könnte also direkt am Meeresboden zu finden sein.
Die Erde wird täglich von Erdbeben erschüttert, die weltweit von Messstationen registriert werden. Wäre die Erde ein homogener Körper, könnte man genau ausrechnen, wann die sich gleichmäßig in alle Richtungen durch den Erdkörper ausbreitenden Erdbebenwellen bestimmte Orte erreichen. Die tatsächlichen Beobachtungen widerlegen diese Annahme. Die seismischen Signale treten verzögert oder vorzeitig auf. Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Die seismischen Wellen durchqueren Materie unterschiedlicher Dichte, denn je flüssiger Materie ist, desto langsamer wird sie von Erdbebenwellen durchquert. Im Jahre 1912 hatte Beno Gutenberg erstmals die Grenze zwischen dem silikatischen Mantelmaterial und dem Nickel-Eisen-Kern in einer Tiefe von 2900 km ausgemacht. Kurz zuvor entdeckte der kroatische Geophysiker Andrija Mohorovicic die nach ihm benannte Unstetigkeitsfläche zwischen Erdkruste und Erdmantel. Beides war möglich, weil markante Sprünge in der Fortpflanzungsgeschwindigkeit von Erdbebenwellen - sogenannte 'seismische Diskontinuitäten' - gemessen werden konnten. Neben den seismischen Diskontinuitäten lassen sich auch 'chemische Diskontinuitäten' beobachten. Sie beruhen auf einer plötzlichen Änderung der chemischen Zusammensetzung im Erdinneren. Im Allgemeinen stimmen beide Diskontinuitäten an den Grenzen Kern-Mantel und Mantel-Kruste überein. Es gibt jedoch Ausnahmen: In der 'Übergangszone' gibt es Dichtesprünge ohne Änderung der chemischen Zusammensetzung. Man geht davon aus, dass sie durch Phasenumwandlung entstanden sind, wobei sich ein Mineral in einer bestimmten Tiefe in ein neues, dichteres Mineral derselben Zusammensetzung umbildet.
Unsere Vorstellungen über den Stoffbestand des Erdinneren beruhen neben den oben genannten Methoden auf Analogieschlüssen anhand der Zusammensetzung von Meteoriten. Ebenso wie unsere Erde haben auch noch andere Planeten des Sonnensystems im Laufe ihrer Geschichte die Entwicklung zu einem schalenförmig aufgebauten Inneren aus Kern-Mantel-Kruste mitgemacht. Im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter kreisen einige ihrer Trümmer um die Sonne. Hin und wieder verlassen einige ihre Bahn, landen als Meteoriten auf der Erdoberfläche und können somit genau analysiert werden. Grob vereinfacht kann man sagen, dass reine 'Eisen-Meteorite' aus dem Planetenkern stammen, 'Stein-Eisen-Meteorite' aus dem Mantel und 'Stein-Meteorite' aus der Kruste.
Ebenso wie alle anderen Planeten des Sonnensystems entstand die Erde aus einer rotierenden Staub- und Gaswolke. Massereichere Teilchen zogen mit Hilfe ihrer größeren Schwerkraft - Gravitation - die kleineren an und wuchsen auf diese Weise allmählich zu Planetoiden heran bis letztlich neun Planeten übrig blieben, die einen Großteil der freien Materie abgezogen hatten. Im Anfangstadium der Erdgeschichte vor etwa 4,6 Milliarden Jahren war die Erde daher ein wahrscheinlich kalter und im Inneren homogener Himmelskörper. Es gab während der ersten 100 Millionen Jahre noch ausreichende Mengen einfallender Materie, die darür sorgte, dass sich die Erde durch die bei den Meteoriteneinschlägen frei werdende Energie zunehmend erwärmte. Durch den Massenzuwachs verdichtete sich der Erdkern, radioaktive Zerfallsprozesse beschleunigten die Erhitzung des Planeten. Nach dem sich die Erde auf ungefähr 2000°C erwärmt hatte - eine Temperatur bei der Eisen schmilzt - sammelte sich das schwere flüssige Metall in Tropfen. Etwa ein Drittel sank in Richtung Zentrum und bildete hier den Eisenkern. Leichtere Elemente wurden von dort nach außen verdrängt. Durch lange währende Differentiation gelangte kontinuierlich leichtere Materie in die äußeren Zonen der Erde. So entstand über dem schweren Eisenkern ein Mantel aus Gesteinen mittlerer Dichte, bestehend aus Magnesium-Eisen-Silikaten und darüber eine Außenkruste aus leichtem Material wie Sauerstoff, Silizium, Aluminium, Calcium, Natrium u.a. Das leichte Wasser fand sich zu den Urozeanen zusammen. Die noch leichteren Gase erzeugten schließlich die Atmosphäre der Erde. Dass die Differentiation auch heute noch nicht abgeschlossen ist, erkennt man z.B. am Gasausstoß bei Vulkanausbrüchen, wobei riesige Mengen an Gasen aus dem Erdinneren entweichen.
Siehe auch:
Aufbau

Eigenschaften der Schalen
Erdkern
Erdmantel
Erdkruste
Erforschung des schaligen Aufbaus der Erde
Bohrungen
Vulkanische Tätigkeit
Seismik
Meteoriten
Entstehung des Schalenaufbaus
Wissenswertes
Im antiken Griechenland wurde dem Element Erde der Hexaeder als einer der fünf Platonischen Körper zugeordnet.

Hexaeder
Weblinks
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