Diokletian
Gajus Aurelius Valerius Diocletianus (* ca. 240 in Dalmatien, † 316 Salona) war römischer Kaiser von 284 bis 305.
Er stammte aus einfachsten Verhältnissen und hatte sich in der Armee bis zum Befehlshaber der Prätorianer-Garde hochgedient, die ihn 284 zum römischen Kaiser ausrief. Den immensen innen- und außenpolitischen Problemen des römischen Reichs begegnete er mit dem Herrschaftssystem der Tetrarchie, bei dem zwei Augusti (Oberkaiser) und zwei Caesares (Unterkaiser) über einen jeweils eigenen Reichsteil herrschten, Gesetze jedoch im Namen des gesamten Kollegiums erlassen wurden. Auf diese Weise konnten rund 20 Jahre lang die Grenzen des Reichs gesichert und Usurpatoren niedergeschlagen werden.
Diokletian veranlasste weitreichende Reformen. Unter anderem wurden in einer Verwaltungsreform die Provinzen verkleinert und das neue Steuersystem der capitatio-iugatio eingeführt. Der Inflation stellte Diokletian sein Höchstpreisedikt entgegen, das zwar ohne Erfolg blieb, aber heute eine wichtige Quelle für die Wirtschaftsgeschichte der Spätantike ist.
Nach Diokletians Rückzug ins Privatleben im Jahre 305 stellte sich heraus, dass das System der Tetrarchie nur von seiner Autorität zusammengehalten worden war: Die Nachfolger führten in den folgenden zwei Jahrzehnten mehrere Bürgerkriege, bis sich 324 mit Konstantin wieder ein einziger Kaiser durchsetzen konnte.






