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Diabetes mellitus

Diabetes mellitus (DM) ist der medizinische Name der Zuckerkrankheit und bedeutet honigartiger Durchfluss. Die Bezeichnung ist antiken Ursprungs und beschreibt die Hauptsymptome der Erkrankung: verstärktes Wasserlassen bei verstärkter Ausscheidung von Zucker mit dem Urin.

Table of contents
1 Geschichte des Diabetes mellitus
2 Diagnose
3 WHO-Einteilungen
4 Beschwerden
5 Folgeerkrankungen
6 Weblinks

Geschichte des Diabetes mellitus

Die physiologische Ursache von Diabetes mellitus blieb bis in das 20. Jahrhundert ungeklärt. Erst 1921 gelang es Frederick Grant Banting und Charles Herbert Best, das Hormon zu isolieren, das in den Langerhansschen Inseln hergestellt wird: Insulin. Schon 1922 war eine erste, wirkungsvolle Therapie der Krankheit gegeben.

Überraschend schnell erhielt Banting 1923 den Nobelpreis für Medizin. Das Preisgeld teilte er mit Best, der, als Biochemiker Assistent Bantings, dem Nobelpreiskommitee nicht preiswürdig erschienen war. Beide Wissenschaftler verzichteten auf jegliche patentrechtliche Einnahmen und ermöglichten somit eine rasche, weltweite Verbreitung der Therapie mit Insulin.

Diagnose

Der Blutzucker wird üblicherweise aus dem Kapillarblut (der Fingerbeere oder des Ohrläppchens) bestimmt.

Diabetes mellitus liegt vor, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:

WHO-Einteilungen

WHO Einteilung seit 2000

Es gibt mehrere Formen des Diabetes mellitus. Die Einteilung wurde in der Vergangenheit mehrmals geändert.

Seit 2000 wird Diabetes mellitus von der WHO nach der Art der Behandlung in fünf Gruppen eingeteilt:

WHO Einteilung 1997 bis 2000

Die WHO teilte seit 1997 und die Deutsche Diabetes Gesellschaft seit 1999 wie folgt ein:

Therapie (siehe auch Insulintherapie) Bekannte orale Antidiabetika sind:

Prognoseverbesserung

Eine Verbesserung der Zukunftsprognose (= Prognose über die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Spätschäden) ist meist nur durch eine optimale Beherrschung des Diabetes, weniger aber durch die Lebensführung erreichbar. Grund: Auch der Diabetiker wird durch Umweltbedingungen (Arbeitsleben, privates Umfeld, Werbung, Lifestyle...) nicht unbeachtlich beeinflusst.

Personen, die entgegen der durch Untersuchungen und statistischen Erhebungen als günstig heraus gearbeiteten Empfehlungen (Siehe UKPDS-Studie, Steno-2-Studie...) leben, haben ein erhöhtes Risiko, Spätschäden zu erleiden. Zwar gibt es Diabetiker, die trotz vieler als ungünstig bekannten Lebensgewohnheiten (fettes Essen, Bewegungsmangel, mangelhafte oder fehlende Kontrolle des Blutzuckers, ...) lange und frei von Spätschäden leben, diese sind aber eindeutig in der Minderzahl.

Geht man davon aus, dass die Glycolisierung der Zellen (gegenwärtig an der Glycolisierung der roten Blutkörperchen durch den HBA1(C)-Wert gemessen) bereits nach 2 Stunden andauerndem erhöhten Blutzuckers in eine irreversivle chemische Verbindung mit den Zellmembranen übergeht, die nicht durch eine gute, sinnvolle und niedrige Stoffwechsellage kompensiert oder gar rückgängig gemacht sondern NUR (im Hinblick auf die Entwicklung von Spätschäden) aufgehalten werden kann, muss das oberste Ziel JEDER Diabetestherapie sein, diese irreversible chemische Reaktion der Glucoseablagerungen so gering wie nur möglich zu halten. (AGE-"RAGE"-Bildungsprozess (siehe Typ-2-Diabetes Mellitus - Neue Erkenntnisse zu einer Volkskrankheit - Hellmut Mehnert, Thomas Haak, - Diabetes Akademie Bad-Mergentheim - 1. Auflage 2003 - Seite 40, 1. Absatz)

Somit kann man zusammenfassend sagen, dass sich die Prognose, lange und spätschädenfrei zu leben um so mehr verbessert, je niedriger die Glycolisierung ist. Allerdings darf der Blutzucker NICHT durch Schwankungen erkauft werden, da diese wiederum von anderen Seiten die Prognose einer gewissen Lebenserwartung ohne Spätschäden verringert. Ein zu niedriger Blutzuckerspiegel durch einen zu hohen Insulinspiegel schädigt die Intima Media (Innenwand der Blutgefäße) mindestens genauso wie ein zu hoher Blutzuckerspiegel.

Für jeden Betroffenen muss eine sinnvolle und machbare Therapie gefunden werden, die das Ziel niedrigster Blutzuckerwerte bei den niedrigsten Zahl von Hypoglycämien zum Ziel hat.

In der Regel muss der betroffene Diabetiker die Feinsteuerung und nach Möglichkeit auch die Basalratenfindung im Alltag selbst lösen, da nur er die genaue Reaktion seines Körpers durch die Rahmenbedingungen (Essen, Bewegung, Insulin, Krankheit, Sport ...) kennt und einzuschätzen weiß. Somit kann auch gesagt werden, dass die Prognose um so besser ausfällt, je mehr sich die Betroffenen durch Wechsel der Lebensführung, Wissensaneignung und Umsetzung des Wissens um ihre Krankheit bemühen.

Beschwerden

Viele Typ 2 Diabetiker haben über Jahre überhaupt keine Beschwerden.

Typische Beschwerden bei hohen Blutzuckerwerten sind:

Folgeerkrankungen

Langfristig ist bei nahezu allen Patienten mit schwerwiegenden Folgeerkrankungen zu rechnen. Ursächlich dafür verantwortlich gemacht werden:

Weblinks

Siehe auch: Insulin -- Broteinheit -- Blutzucker -- Korrekturfaktoren_mit_Insulin




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