Das Kapital
„Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie" von Karl Marx ist wohl eines der berühmtesten Bücher der Welt. Nach Jahrzenten ökonomischer Studien und diversen Vorarbeiten (v.a. "Zur Kritik der Politischen Ökonomie", 1863) erschien 1867 der erste Band, "Der Produktionsprozeß des Kapitals"'\'; die bis zu Marx Tod 1883 bearbeiteten weiteren Bücher erschienen posthum: Band II "Der Zirkulationsprozeß des Kapitals" 1885, Band III "Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion"'' 1895 (beide herausgegeben durch Friedrich Engels).
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Zweitens richtet sich die Kritik gegen die politische Herrschaft, die ihre Gewalt ganz in den Dienst des Kapitals stellt, die Abhängigkeit der arbeitenden Klasse vom Privateigentum durch Recht und Ordnung absichert.
Marx legt dar, dass diese Verhältnisse von Menschen gemachte sind. Dennoch wirken sie hinter dem Rücken der Gesellschaftsmitglieder, erscheinen ihnen als den Dingen innewohnende Sachnotwendigkeiten; ihr Charakter als Verhältnisse von Personen ist verschleiert. Die Bestimmungen, die Marx in seinem späten Hauptwerk entwickelt, sind auf heutige Verhältnisse gemünzt. Deshalb sind auch die kritisierten Ideologien nahezu allgegenwärtig: Das gesellschaftliche Handeln richtet sich heute wie vor 130 Jahren nach Kriterien, die als Sachzwängen erscheinen, obwohl sie doch erklärbaren menschlichen Verhältnissen geschuldet sind.
Marx analysiert die kapitalistischen Marktbeziehungen in zwei Formeln:
Damit Geld zu Kapital wird, braucht ein Kapitalist einen anderen, ihm gemäßen Umgang mit dem Geld: Geld-Ware-Geld (G-W-G'). Damit diese Formel für den Kapitalisten nicht tautologisch und sinnlos ist, kommt es auf das "G'" am Ende an, also auf die Vergrößerung der ursprünglichen Geldsumme (Mehrwert).
G' - das den so genannten Mehrwert beinhaltet - wird als neues G wieder Ausgangspunkt der Formel, der Kreislauf beginnt von vorne; diese Formel zielt also auf eine endlose Bewegung ab. Entscheidend ist hier alleine die Vermehrung des Werts, der Gebrauchswert ist bloße Bedingung für die Verkäuflichkeit. Diese Kapitalisierung aller Lebensbereiche scheint durch die Globalisierung gegeben.
Laut Marx kann die Kapitalvermehrung nicht aus der Sphäre der Warenzirkulation erklärt werden: Wenn z.B. der Kapitalist als Verkäufer einen Preisaufschlag erheben könnte, müsste er ihn als Käufer beim "G-W" wieder verlieren. Die Wertvergrößerung muss also aus der Benutzung der gekauften Ware entspringen: Sie entsteht durch Kauf und produktive Anwendung der menschlichen Arbeitskraft. Damit das Geld in der Hand des Kapitalisten zum Kommandomittel über menschliche Arbeit wird, ist das Vorhandensein einer eigentumslosen Klasse unterstellt, die keine Mittel besitzt, um selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen - also auch kein anderes Lebensmittel hat, als ihre eigene Arbeitskraft zu verkaufen: Der "doppelt freie Lohnarbeiter" (Marx).
Siehe auch:politische Ökonomie
Synopsis
Gegenstand des "Kapitals" ist der Reichtum der modernen bürgerlichen Gesellschaft und seine Produktion. Die „Kritik der politischen Ökonomie" - so der Untertitel des Werkes - legt dar, dass es sich bei Gesellschaften mit kapitalistischer Produktionsweise um Klassengesellschaften handelt, in denen sich das Privateigentum an den Produktionsmitteln durch die Indienstnahme von Lohnarbeit vermehrt. So akkumuliert sich der Reichtum in Form von Kapital, während seine Produzenten dauerhaft von ihm ausgeschlossen werden: Beteiligt am Reichtum sind die Arbeiter nur insoweit, wie die Benutzung ihrer Arbeitskraft ihre Entlohnung notwendig macht.
Bei dem Austauschprozess Ware-Geld-Ware (W-G-W) geht es um den (in der Regel äquivalenten) Austausch von Gebrauchswerten; Geld hat eine Vermittlerfunktion.Weblinks
Das Kapital
Wesentliche politökonomische Werke von Marx
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Anmerkungen zu Kapital Bd. I\n






