Commonwealth
Ein Commonwealth ist ein freiwilliger Bund von unabhängigen, souveränen Staaten, die gemeinsame Ziele verwirklichen oder sich zu einer politischen Gemeinschaft oder gar einem übergeordneten Staat zusammenschließen. Australien beispielsweise bezeichnet sich durch den Zusammenschluss der verschiedenen Territorien als Commonwealth, im Deutschen allgemein als Australischer Bund bezeichnet. Das bekannteste Beispiel ist das Commonwealth of Nations, das hauptsächlich durch das Vereinigte Königreich und dessen ehemalige Kolonien gebildet wird.Es ist der Nachfolger des British Empire, welches nach dem 2. Weltkrieg weitgehend aufgespalten wurde. Zu dem Zerfall kam es einerseits durch aufkommende Unabhängigkeitsbewegungen in verschiedenen Gebieten (z. B. in Indien unter dem Einfluss des Pazifisten Mahatma Gandhi) und andererseits aufgrund der beschränkten Mittel der britischen Regierung nach dem Krieg.
Heute leben 30 % der Weltbevölkerung in Mitgliedsstaaten des Commonwealth: Indien ist das bevölkerungsreichste Mitglied mit knapp 1 Milliarde Menschen, nach dem Stand von 2001. Auch Pakistan, Bangladesh und Nigeria haben jeweils eine Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen. Aber auch Staaten, wie z. B. die Inselkette Tuvalu auf der nur etwa 11.000 Menschen leben, gehören dem Bund an.
Siehe auch Francophonie, GUS
Mitglieder des Commonwealth sind: (die Jahreszahlen zeigen das Beitrittsjahr)
- Antigua und Barbuda (1981)
- Australischer Bund (1931)
- Bahamas (1973)
- Bangladesch (1972)
- Barbados (1966)
- Belize (1981)
- Botswana (1966)
- Brunei (1984)
- Dominika (1978)
- Fidschi (1970, dann Austritt 1987 und Wiedereintritt 1997)
- Gambia (1965)
- Ghana (1957)
- Grenada (1974)
- Guyana (1966)
- Indien (1947)
- Jamaika (1962)
- Kamerun (1995)
- Kanada (1931)
- Kenia (1963)
- Kiribati (1979)
- Lesotho (1966)
- Malawi (1964)
- Malaysia (1957)
- Malediven (1982)
- Malta (1964)
- Mauritius (1968)
- Mosambik (1995)
- Namibia (1990)
- Nauru (1999)
- Neuseeland (1931)
- Nigeria (1960 ausgeschlossen 1995, wieder aufgenommen 1999)
- Pakistan (1947, Austritt 1972, Wiedereintritt 1989) (momentan ausgeschlossen)
- Papua-Neuguinea (1975)
- Saint Kitts und Nevis (1983)
- Saint Lucia (1979)
- Saint Vincent und die Grenadinen (1979)
- Sambia (1964)
- Samoa (1970)
- Seychellen (1976)
- Sierra Leone (1961)
- Singapur (1965)
- Salomonen (1978)
- Sri Lanka (1948)
- Südafrika (1931, Austritt 1961, Wiedereintritt 1994)
- Swasiland (1968)
- Tansania (1961)
- Tonga (1970)
- Trinidad und Tobago (1962)
- Tuvalu (1978)
- Uganda (1962)
- Vanuatu (1980)
- Vereinigtes Königreich (1931)
- Zypern (1961)
- Irland verließ den Bund 1949
- Simbabwe (1980) am 6. Dezember 2003 ausgetreten, vorhergegangen war am 20. März 2002 ein Ausschluss
1 In der Praxis sieht es so aus, dass die Staaten wenn sie zu einer Republik werden, formell aus dem Bund austreten. Sie stellen anschließend einfach einen Antrag auf Wiederaufnahme, welcher automatisch gewährt wird. Die Republik Irland bewarb sich nicht um die Wiederaufnahme. Bis heute ist der Beitritt Irlands zum Commonwealth ein Thema in der irischen Politik.






