Berthold Auerbach

Berthold Auerbach
Nach dem Besuch einer Talmudschule ab 1824 und der Rabbinerschule in Karlsruhe zum israelitisch-theologischen Studium ab 1827 studiert er in Tübingen jüdische Theologie, um Rabbiner zu werden.
Ab 1832 nimmt er ein Jura- und Philosophiestudium in Tübingen auf, 1833 geht er nach München, hört dort Schelling und wird als radikal-liberaler Burschenschafter wegen staatsfeindlicher Umtriebe verhaftet und exmatrikuliert. Nur unter polizeilicher Aufsicht darf er sein Studium in Heidelberg abschließen und wird 1836 zu zwei Monaten Festungshaft auf dem Hohenasperg verurteilt. Als Vorbestrafter ist ihm dadurch der Weg ins Rabbinat verschlossen und er wendet sich notgedrungen der Schriftstellerei zu.
1843 gelingt ihm mit seinen "Schwarzwälder Dorfgeschichten" der Durchbruch, in denen er "ein ganzes Dorf vom ersten bis zum letzten Hause" schildert, das Werk beeinflusst Autoren wie Balzac, Turgenjew und Tolstoi, mit den letzteren steht er auch in persönlichem Kontakt. Dem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland steht er am Ende seines Lebens verbittert gegenüber und konstatiert "Es ist eine schwere Aufgabe, ein Deutscher und ein deutscher Schriftsteller zu sein, und noch dazu ein Jude".






