Begriff (Kognitionswissenschaft)
Begriffe werden in hierarchisch geordneten Systemen klassifiziert (Kategorienn, Gattungen, Arten, Unterarten). Dabei stehen Begriffsinhalt und Begriffsumfang zueinander in einem reziproken Verhältnis: Der höhere allgemeinere Begriff verfügt über höheren Begriffsumfang und geringeren Begriffsinhalt; der niedrigere speziellere Begriff verfügt über geringeren Begriffsumfang und höheren Begriffsinhalt.
Der niedrigste Begriff ist der individuelle Begriff, dessen Merkmale unendlich und erkenntnismäßig nicht zugänglich sind.
Bei Bedarf kann auch „hineingezoomt“ werden: So erweckt der Satz „Ich fuhr auf der Straße.“ zunächst nur die Vorstellung einer „allgemeinen“ Straße. „Ich fuhr auf der Straße von X nach Y.“ ersetzt die allgemeine Vorstellung einer Straße durch die Merkmale einer ganz bestimmten Straße.
Ein Satz von Begriffen kann wiederum zu einem Oberbegriff zusammengefasst werden, der dann diesen Satz repräsentiert.
Lernen ist das Hinzufügen neuer „Begriffsknoten“. Behalten wird aber das neu Erworbene nur, wenn es mit bereits vorhandenen Knoten verknüpft wird. Je höher der Verknüpfungsgrad und je mehr Verknüpfungen vorhanden sind, die „weit entfernte“ Begriffe miteinander verbinden, um so größer kann die Kreativität eines Menschen sein.
Vergessen ist dann das Abschwächen oder gar der Verlust von Verknüpfungen (siehe Amnesie).
Träumen wird von manchen Wissenschaftlern als „testen“ des Netzes im Schlaf verstanden. Dabei können neue Verknüpfungen entstehen und bestehende verstärkt oder abgeschwächt werden.
Die Bedeutung wird einer Bezeichnung zugeordnet. Die Bedeutung eines Begriffes bezeichnet man als Begriffsinhalt (Intension), seinen Umfang bzw. seine Menge als Begriffsumfang (Extension).
Begriffswelt als Netzwerk
Die Begriffswelt eines Menschen kann man sich als Netzwerk vorstellen: Die Knoten des Netzes sind die Begriffe, welche je nach Biographie des Menschen unterschiedlich stark miteinander vernetzt sind.Hierarchische Ordnng
Dieses Netzwerk kann hierarchisch organisiert sein: Zu jedem Begriff gibt es Unterbegriffe, für einen bestimmten Satz an Begriffen existieren wiederum Oberbegriffe.Aktivierung
Wird ein „Begriffsknoten“ aktiviert (z. B. durch Wahrnehmung), werden auch die mit ihm verbundenen Knoten aktiviert, mit zunehmender „Entfernung“ aber immer schwächer (siehe Assoziationstest, mind map, Wortfeld).Dynamik
Aufgebaut wird dieses Netzwerk durch Lernen, wobei das Gehirn anscheinend bei entsprechendem Reizangebot selbsttätig die Verknüpfung und Strukturierung der Begriffe vornehmen kann (siehe Spracherwerb).„Begreifen“
Unter Begreifen oder Verstehen könnte man das „Erlebnis“ verstehen, wenn einem die Assoziationen zu anderen Begriffen bewusst werden.„Bedeutung“
Die Bedeutung eins Begriffs ist ein Satz an Begriffen, auf den dieser Begriff „deutet“. Das sind diejenigen Begriffe, die mit diesem Oberbegriff am engsten verknüpft sind.Veränderung der Bedeutung
Viele komplizierte Begriffe (z.B. Geist, Seele, Bewusstsein) sind nicht ohne weitreichende Hintergrundinformationen zu definieren.
Hier ist die Bedeutung oft im Wandel begriffen oder vom kulturellen, weltanschaulichen oder wissenschaftlichen Standpunkt abhängig.Festlegen von Bedeutungen
Da jeder Umweltreiz dieses Netzwerkgefüge beeinflusst, ist es in der Wissenschaft notwendig, bestimmte Begriffe zu definieren.Unterschiede von Bedeutungen
Neuronale Netzwerke
In der Theorie der Neuronalen Netze finden sich
ähnliches abstrakten Modelle von assoziativen Netzen, allerdings sind
die dort benuzten Netwerke in der Regel auf eine spezialisierte Aufgabe
beschränkt.






