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Bandkeramische Kultur

Die Bandkeramische Kultur oder Linearbandkeramische Kultur wird die früheste jungsteinzeitliche Kultur in Mitteleuropa bezeichnet.

Die seit etwa 7000 v. Chr im heutigen Griechenland und auf dem Balkan bestehenden ackerbauenden Kulturen breiteten sich seit etwa 5500 v. Chr entlang der Donau nach Mitteleuropa aus. Etwa 4500 v. Chr erreichte die Kultur über den Rhein auch das Gebiet der Niederlande und Nordfrankreichs.

Ihren Namen verdanken die Bandkeramiker der Art der Verzierungen, die sie in ihre Tonwarenn ritzten: Aus einzelnen Linien entstanden Muster, die sich wie Bänder um die Krüge fügten.

Die Bandkeramik brachte den Ackerbau, der im Nahen Osten (Mesopotamien) und in Anatolien entwickelt worden war, nach Mitteleuropa. Genau genommen verliefen die Entwicklung des Ackerbaus und die Töpferei parallel, da Töpferwaren zur Lagerung und zum Transport landwirtschaftlichenr Produkte erforderlich sind.

Die vorher existierenden Kulturen der Jäger und Sammler wurden abgelöst; am Ende der Ausbreitung der Bandkeramik finden sich die alten Kulturen nur noch entlang der Atlantikküste Europas, auf den britischen Inseln, in Skandinavien und im Osten Europas.

Traditionell hat die Archäologie eine Verdrängung der Jäger und Sammler durch die Bandkeramiker angenommen. Heute wird, insbesondere aufgrund der mittleren Ausbreitungsgeschwindigkeit von 1 Kilometer pro Jahr, auch eine allmähliche Übernahme neuer Techniken durch die alteingesessenen Völker diskutiert.

Zur gleichen Zeit, als die Bandkeramik entlang der Donau und des Rheins vordrang, fand eine entsprechende Ausbreitung von Ackerbau und Töpferei von den Küsten Griechenlands nach Italien, und von dort nach Südfrankreich und Spanien statt. Der Beginn dieser Ausbreitung wird auf 6000 v. Chr. datiert; um 4500 v. Chr. war auch diese Bewegung abgeschlossen.

Mit der weitläufigen Einführung des Ackerbaus in Europa begann eine umfangreiche Rodung des Waldes, sowohl durch Feuer als auch durch geschliffene Steinäxte.

Erdwerke sind seit der ältesten Phase der Bandkeramik bekannt (z.B. in Eilsleben, Bördekreis), werden aber gegen Ende der Bandkeramik häufiger. Ob es sich dabei um kultische Anlagen handelt oder sie zu Verteidigungszwecken errichtet wurden, ist unklar. Befunde aus Herxheim (Rheinland-Pfalz) und Schletz (Niederösterreich) mit zahlreichen Skeletten in den Gräben, die teilweise Anzeichen eines gewaltsamen Todes aufweisen, lassen jedoch letztere These wahrscheinlicher erscheinen.

Die Bandkeramikkultur wurde in ihrem westlichen Verbreitungsgebiet über die Zwischenschritte Hinkelstein und Großgartach von der Rössener Kultur, im Osten (Bayern, Böhmen und Mähren, Polen) von der Stichbandkeramik abgelöst.

Bauweise

Die Bandkeramische Kultur zeichnet sich durch charakteristische Langhäuser aus. Diese Häuser mit einer Grundfläche von von bis zu 40 m x 8 m (kleinere Bauten etwa 20 m x 5 m) bestanden aus einem tragenden Gerüst von 5 parallelen Pfostenreihen (zwei für die Längswände, eine unter dem Dachfirst, zwei als zusätzliche Stütze dazwischen). Die äußeren Pfostenreihen waren vermutlich mit lehmverputzen Rutengeflechten zu Wänden gearbeitet, das auf den Pfosten sitzende Satteldach vermutlich mit Stroh, Schilf oder Rinde gedeckt. Die Häuser waren in der Regel in einer norwest-/südöstlichen Orientierung aufgebaut, wobei die Wände des nordöstliche Teils zum Teil durch nebeneinandergesetzte Holzpfähle verstärkt waren; im südöstlichen Teil befand sich möglicherweise eine Zwischendecke eingezogen.

Die Häuser dienten trotz ihrer Größe meist vermutlich nur einer Kleinfamilie von 6-8 Personen als Unterkunft, hatten jedoch wahrscheinlich neben der Wohn- auch Speicherfunktion (eingezogene Zwischendecke). Eine Mitverwendung als Stallung ist unwahrscheinlich (in Bodenuntersuchungen müssten sonst Phosphate aus Tiermist nachweisbar sein, was aber nicht der Fall ist).

Wie allerdings die Inneneinrichtung aussah, ist weitgehend unbekannt. Der Lehm zum Verputzen der Wände wurde direkt neben dem Haus entnommen, die dabei entstandenen Gruben wurden wahrscheinlich als Keller genutzt, wenn sie ihre Speicherfunktion verloren, als Mülldeponie; in der frühen Forschung über die Bandkeramikkultur führte dies zur irrigen Annahme, dass diese Gruben die eigentlichen Behausungen darstellten ("Kurvenkomplexbauten").

Die Häuser standen zumeist alleine, stellenweise in Gruppen von bis zu drei Häusern. Früher wurden größere Siedlungen angenommen, eng beieinanderliegende Funde von Hausgrundrissen scheinen jedoch zu unterschiedlichen Perioden zu gehören, diese Häuser standen also nacheinander, aber nicht gleichzeitig auf dem jeweiligen Areal. es steht zu vermuten, dass die Häuser, wenn sie unbrauchbar geworden waren, in unmittelbarer Nähe neu aufgebaut wurden.

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