Awaren
Die Awaren waren ein Reitervolk, dessen Herkunft nicht völlig geklärt ist und das über 200 Jahre lang Mitteleuropa beherrschte.Die Awaren gaben Anlass zur Gründung Österreichs, weil sie Karl der Große um 800 veranlassten, zum Schutz der Reichsgrenzen eine Awarenmark einzurichten. Im Namen Banat verbirgt sich der awarische Fürstentitel "BAN" (nach Bajan, dem berühmten Heerführer), der später als Banus an die Kroaten überging.
Nach chinesischen Chroniken sollen die "War" ursprünglich ein aus dem Tarimbecken nach Afghanistan ausgewanderter Zweig der Yüe-tschi gewesen sein. Um 463 tauchten sie als neue Gruppe am Schwarzen Meer auf, die sich selbst "War und Hunni" nannte. Die Awaren waren wohl auch ein führender Zweig der Hephthaliten, mit Wohnsitz am Aralsee. Die Sprache Awarisch ist Kaukasisch, sie ist heute noch Amtssprache in Dagestan. Bei den Awaren handelt es sich also um ein Mischvolk, das Vorfahren in den Steppen Zentralasiens, aber auch in Europa hat.
Nach 557 zogen die Awaren unter dem Druck der Türken nach Westen, sie wurden 558 Föderaten des Byzantinischen Reichs.
Um 560 besiegten sie die Hunnen am Schwarzen Meer, zogen aber wegen der sie verfolgenden Türken weiter. Gemeinsam mit den Langobarden zerstörten sie 567 das Reich der Gepiden. Mitte des 6. Jahrhunderts hatten sie die Herrschaft über Pannonien und ließen sich vor allem im Karpatenbecken nieder. Schon früh fand eine gemeinsame Besiedlung zusammen mit den Slawen statt, wie Grabfunde aus Hennersdorf / Wien zeigen.
Ende des 6. Jahrhunderts reichte ihr Einflussgebiet von der Ostsee bis zur Wolga. Unter ihrem Herrscher Baian Khan stellten sie eine Großmacht dar, die es sich leisten konnte, vom Byzantinischen Reich Tribut zu fordern. Bis zum Ende des 8. Jahrhundert beherrschten sie ganz Pannonien (heutiges Ungarn), das östliche Österreich einschließlich Kärntens, Slowenien und Kroatien, sahen sich aber zunehmenden Angriffen von Bulgaren und Slawen ausgesetzt. In Feldzügen 791 und 803 schlug der Fränkische Kaiser die Awaren vernichtend.
Das Volk ging in den heutigen Ungarn und in einigen südslawischen Völkern auf. Hierfür gibt es möglicherweise genetische Belege. So zeigten molekulargenetische Untersuchungen an Y-Chromosomen in der Kroatischen Bevölkerung (1.) für Menschen der kroatischen Insel Hvar Merkmale, die auf eine zentralasiatische Abstammung hinweisen.
Literatur
Weblinks






