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Arianismus

Der Arianismus ist eine theologische Lehre, die nach einem ihrer frühen Vertreter, Arius, benannt ist.

Lehre

Der Arianismus spielte im 4. Jahrhundert bei der Herausbildung des christlichen Dogmas von der Dreieinigkeit (Trinität) Gottes eine wichtige Rolle, da er bestehende Unschärfen deutlich machte. Da es eine verbindliche Vorstellung über die Qualität der Dreinigkeit (noch) nicht gab, gelangten die Arianer in Aufnahme des Origenes zu der Auffassung einer bestimmten Unterordnung (subordinatianisch) der Trinität, die sie so ausdrückten:

  1. Jesus Christus ist von Gott geschaffen und nicht mit Gott wesensgleich.
  2. Gott selber wird als ungeschaffen und ohne Ursprung angesehen. Der Sohn sei jedoch aus oder von Gott gezeugt, und sei daher nicht ebenfalls Gott. Der Sohn sei zwar besonders, und habe auch eine besondere Stellung, sei aber weniger als Gott.

Die Argumente für den Arianismus waren philosophisch - mittelplatonisch auf die absolute Transzendenz Gottes (siehe: negative Theologie) hin orientiert, indem sie Gottes Unantastbarkeit und Würde allein durch einen strikten Monotheismus gewährleistet sahen.

Die antisubordinatianischen Trinitarier hielten u.a. dagegen, der Arianismus lehre zwei Götter, einen ungeschaffenen und einen geschaffenen, einen höchsten und einen untergeordneten Gott und fiele damit in den heidnischen Polytheismus zurück. Ebenso stelle der Arianismus die christliche Heilslehre in Frage, da nur Gott die Schöpfung erlösen könne, ein Geschöpf könne dies nicht. Wenn Christus nicht göttlich sei, können auch die Menschen nicht Kinder Gottes werden.

Bedeutende Vertreter des Arianismus waren neben Arius Eusebius von Nikomedia, Eunomius, Gegenpapst Felix II, Wulfila und die konstantinopolitanischen Patriarchen Macedonius (342-346, 351-360), Eudoxius von Antiochia (360-370), Demophilus (370-379), und Maxentius (380).

Geschichte

Die arianische Lehre ist erstmals überliefert von der Mitte des dritten Jahrhunderts bei Paul von Samosata. Die Lehre wurde zwar auf mehreren lokalen Synoden verurteilt, hatte aber weiterhin Anhänger.

Der Arianische Streit, die Auseinandersetzungen zwischen Trinitariern und Arianern, dominierte die Kirchengeschichte im 4. Jahrhundert, wobei der Arianismus sich u.a. auf die politisch stärkere Stellung (Kaiserhaus und kaiserliche Garden) stützen konnte, der antisubordinatianische Trinitarismus Theologen wie z.B. Athanasius von Alexandria, Basilius von Caesarea, Gregor von Nazianz, Ambrosius von Mailand aufbot.

Der Streit gliedert sich in drei Phasen, detailliert geschildert im Artikel arianischer Streit und erstes Konzil von Nicäa:

Erst nach dem Konzil von Konstantinopel 381 stand die Lehrentscheidung der Kirche für die antisubordinatianisch-trinitarische Lehre fest.

Die Germanenstämme, die um die Mitte des vierten Jahrhunderts von der Ostsee an die Nordostgrenzen des Römischen Reiches gezogen waren, wurden während der Vorherrschaft des Arianismus christianisiert. Der gotische Bischof Wulfila verfasste eine Bibel in gotischer Sprache, die zum einigenden Band der arianischen Germanenstämme wurde. Unter diesen Stämmen (Wandalen, Ostgoten, Westgoten) bestand der Arianismus nach seiner offiziellen Verurteilung weiter, teilweise bis ins 7. Jahrhundert.

In neuerer Zeit haben arianische Richtungen innerhalb des Christentums zum Unitarismus geführt.

Auch die Zeugen Jehovas vertreten eine arianische Lehre.\n




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