Amöneburg
Burg und Ort Amöneburg liegen wenige Kilometer östlich von Marburg in Hessen auf dem 362 m hohen 'Wenigenberg'.
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Bodenfunde belegen, dass das Gebiet schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt war. In der keltischen Zeit wird eine Stadtsiedlung (oppidum) vermutet. Zur Zeit der Merowinger soll hier eine Festung gebaut worden sein.
Im Jahre 721 fühlte sich Bonifatius dazu berufen, die Bevölkerung in und um die Amöneburg von ihrer heidnisch-christlichen Glaubensmixtur zu befreien. Sein erstes Domizil nahm er in der fränkischen Festung Amöneburg. Sichtbarer Ausdruck seiner Missionsarbeit war die Errichtung eines kleinen Klosters und einer Kirche innerhalb der Burganlage.
Am Anfang des 12. Jahrhunderts gehörten große Teile Hessens zu Thüringen. Die thüringischen Gebiete waren allerdings so weit verstreut, dass dazwischen häufig Ländereien des Erzbistums Mainz und seiner Vasallen lagen. Dazu gehörte auch der Sprengel Amöneburg bis zum Jahr 1803.
Von der im 12. Jahrhundert auf der Bergspitze angelegten Burg sind nach ihrer Zerstörung 1646 und 1792 heute nur noch Reste von Wohnbauten und Teile der Ringmauer mit Flankentürmen zu sehen.
Die benachbarte Kirche ist eine neugotische Basilika. An ihrer Nordseite steht der gedrungene Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert mit barocker Haube.
Der rechteckige Marktplatz des Ortes Amöneburg wurde in dieser Form im 18. Jahrhundert angelegt. Sehenswert ist außerdem der 'Mainzer Hof' mit Scheune und Herrenhaus am Lindauer Tor.
Ein Spaziergang um die Bergkuppe entlang der größtenteils erhaltenen Stadtmauer bietet eine umfassende Rundsicht auf das Umland.
Am südöstlichen Fuß des Felsens liegt die 'Brückermühle' mit alter steinerner Ohmbrücke, die ein historisch wichtiger Straßenübergang war. Bekannt wurde sie durch das Gefecht der Hessen und Braunschweiger gegen die Franzosen im Jahr 1762, an das ein barocker Obelisk erinnert.
Der Wenigenberg, auf dem die Amöneburg liegt, ist eine Basaltkuppel, die vor etwa 8 Mio. Jahren entstanden ist und zu einer Reihe kleinerer vulkanischer Schlote gehört, die vermutlich Ausläufer des Schildvulkans Vogelsberg sind.
Hier, wie bei den meisten Vulkanen dieser Art, wurde nur untergeordnet Basaltlava gefördert. Häufig begann die vulkanische Tätigkeit mit Gasexplosionen und Erzeugung pyroklastischen Materials. Erst nach diesem Ausstoss floss die Basaltlava aus.
An der steilen Ostwand des 'Wenigenberg' findet man meterlange Basaltsäulen. Das sind sechseckige Prismen, die sich bilden, wenn das frisch erstarrte Vulkangestein beim weiteren Abkühlen schrumpft.Geschichte
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