Amazone
Amazonen war der Name, den die Griechen matriarchalisch lebenden Volksstämmen aus Nordafrika, Anatolien und am Schwarzen Meer gaben. Sueton, ein römischer Historiker aus dem 1. Jahrhundert schrieb, dass die Amazonen "einst einen großen Teil Asiens beherrschten" (er meinte wohl die Skythen). Noch im 5. Jahrhundert wurde das Schwarze Meer auch "Amazonenmeer" genannt. Herodot schrieb im 5. Jahrhundert v. Chr die zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer ansässigen Sarmaten wären entstanden aus einer Vermischung von Skythen und Amazonen. Er schreibt auch von den libyschen Amazonen, auch Diodor erwähnt die "kriegerischen Frauen aus Libyen". Die afrikanischen Berber und Tuareg führen ihre Herkunft noch heute auf Kriegerinnen zu Pferde zurück.
Die Amazonen sollen sich die rechte Brust amputiert haben, um den Bogen ungehindert handhaben zu können. Deshalb wurde das Wort "Amazone" oft auf a-mazos (brustlos) zurückgeführt.
Nach der griechischen Mythologie hielten die Amazonenstämme Kapadozien, Samothrake und Lesbos besetzt. Sie gründeten die Städte Kyme, Myrne und Paphos. Während dem Krieg um Troja kamen Amazonenkriegerinnen der Stadt zu Hilfe. Ihre Königin Penthesilea fiel gegen Achilles.
Theseus, der König von Attika entführte eine Amazonenkönigin: Antiope, die Schwester von Hippolyte. Antiope wurde von Theseus erschlagen, Hippolyte von Herakles, der ihren magischen Gürtel stehlen wollte. Aus Rache drangen die Amazonen in Griechenland ein, plünderten einige Städte an der Küste und belagerten Athen. Viel später verbündete sich eine Amazonenkönigin, Artemisia mit dem persischen Xerxes, um mit ihm zusammen in der Schlacht von Salamis (480 v. Chr.) zu kämpfen.
Die griechischen Mythen erwähnen auch verschiedene "Amazoneninseln", auf denen Frauen ohne Männer gelebt haben sollen, die nur zu bestimmten Zeiten mit den Männern benachbarter Siedlungen Kontakt hatten, um von ihnen geschwängert zu werden. Zum Beispiel die Inseln Tamnos, Lemnos und Lesbos sollen solche Fraueninseln gewesen sein. Die Frauen von Tamnos opferten ihrer Göttin alle Männer, die an ihren Küsten landeten. Über jene von Lemnos wurde gesagt, sie hätten sich gegen ihre Männer erhoben und alle gleichzeitig ermordet.
Es gilt heute als wahrscheinlich, dass die realen Vorbilder für die Amazonen bei den Griechen die Sarmaten waren. Man hat in Südrussland und der Ukraine zahlreiche Gräber (Kurgane) sarmatischer Frauen gefunden, die mit Waffen und Rüstungen begraben wurden. In der Frühzeit (600 v.Chr. bis 300 v.Chr.) wurden den weiblichen Gräbern sogar mehr Waffenbeigaben beigefügt als den männlichen. Desweiteren wissen wir dass die Sarmaten in ihrer Anfangszeit matriarchalisch geprägt waren.
Auch die Walküren, die Kriegerinnen aus Walhalla aus der nordischen Sagenwelt können als Amazonen betrachtet werden. Unter den Wikingern gab es echte Amazonen: weibliche Häuptlinge und Heerführerinnen. Die norwegische Flotte, die im 10. Jahrhundert in Irland einfiel und Ulster dem Erdboden gleich machte, wurde angeführt von einer Kriegerin, die "die rote Frau" genannt wurde. In Irland selbst gab es bis ins 7. Jahrhundert Kriegerinnen, dann wurde den Frauen von der christlichen Kirche das Tragen von Waffen verboten. In den Ländern um das Schwarze Meer herum trugen viele Frauen bis ins 18. Jahrhundert hinein Männerkleider, ritten rittlings und kämpften an der Seite der Männer.
Auch auf anderen Kontinenten gab es Amazonenvölker. So zeigte sich zum Beispiel Kolumbus beeindruckt von den Arawak-Frauen auf Santa Cruz, die in der Armee mitkämpften. Der Fluss Amazonas ist ebenfalls nach einem kriegerischen Volk benannt, das anscheinend ohne Männer lebte. Wie schon bei den Griechen ist es jedoch auch hier schwierig, Geschichte und Legenden auseinander zu halten.
Herkunft des Namens
Amazonen der Mythologie
Amazonenvölker in anderen Regionen der Welt
Literatur






