AIDS
Das Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbenes Immun-Schwäche-Syndrom, kurz AIDS) ist - nach vorherrschender wissenschaftlicher Meinung - eine Folge der Infektion mit dem HI-Virus, welches eine schrittweise Zerstörung des Immunsystems bewirkt. Das Syndrom wird laut seinem Entdecker Luc Montagnier durch das Human Immunodeficiency Virus (Menschliches Immun-Schwäche-Virus, HIV) ausgelöst, ein Virus, das durch Körperflüssigkeiten übertragen wird. Die häufigsten Infektionswege sind ungeschützter sexueller Kontakt und die Benutzung nicht steriler Spritzen bei Drogenkonsum. Bluttransfusionen sind ebenfalls eine mögliche Infektionsquelle, die allerdings heute in Deutschland durch Routine-Untersuchungen der Blutspender kaum noch Bedeutung hat.
| Table of contents |
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2 Krankheitsverlauf 3 Geschichte von AIDS 4 AIDS in ethnischen Gruppen 5 Alternative Theorien 6 Meldepflicht 7 Statistik 8 Weblinks |
Das HI-Virus
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Die Bekämpfung der Infektion ist deshalb besonders schwierig, da die befallenen Wirtszellen dauerhaft neue Viren produzieren. Man versucht daher zum Beispiel durch CD4-Impfstoffe das Andocken des HIV an den T4-Zellen zu verhindern oder auch die reverse Transkriptase zu hemmen um die DNA-Synthese abzubrechen.
Frühere Bezeichnungen für das Virus sind:
- LAV = Lymphadenopathie-assoziiertes Virus
- HTLV III = humanes T-Zell-Leukämie-Virus III
- ARV = [AIDS]-assoziiertes Retrovirus
- HIV Typ 2
Genaue Angaben über Zeit, Ort, Wirtstier, Art und Anzahl der Übertragungen sind nicht bekannt.
Ein Virus, das fast identisch mit dem menschlichen HI-Virus ist und SIV genannt wird, wurde in Schimpansen gefunden. Nach jüngsten Untersuchungen von Virologen der Universität Birmingham/Alabama löst HIV-1, das von dem im Schimpansen gefundenen SI-Virus abstammt, die tödliche Immunschwächekrankheit aus. Durch eine genetische Analyse konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das SI-Virus eine Kombination aus zwei Virusstämmen ist, die in bestimmten Meerkatzen vorkommen. Da Meerkatzen von Schimpansen gejagt und gefressen werden, müssen sich die Schimpansen mit den zwei Virusstämmen infiziert haben, aus denen sich dann in ihrem Körper das SI-Virus gebildet hat. Die Übertragung dieses SI-Virus auf den Menschen erfolgte nach Ansicht der Forscher wohl bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts durch den Verzehr von Schimpansenfleisch.
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass das HI-Virus zuerst in West-Afrika auftrat, aber es ist nicht mit letzter Sicherheit geklärt, ob es nicht mehrere Virusherde gab, einer davon möglicherweise in Südamerika. Die erste Blutprobe, die nachgewiesenermaßen HIV enthält, wurde 1959 im Kongo genommen. Weitere Proben stammen von einem US-Amerikaner (1969) und einem norwegischen Matrosen (1976).
Es wird angenommen, dass eine Mutation des Gens CCR5 diese Immunität hervorruft. Liegt die Mutation homozygot vor, dann bricht HIV praktisch nicht mehr aus, liegt sie heterozygot vor, dann verlangsamt sich der Infektionsverlauf. Diese Mutation bei wenigen Europäern entstand wahrscheinlich vor etwa 700 Jahren. Vermutlich war sie von Vorteil, weil sie auch eine gewisse Immunität gegen die Pest oder die Pocken verlieh. Diese Eigenschaft verbreitete sich durch natürliche Selektion während der Epidemien in der Bevölkerung. Zufälligerweise verleiht eben diese Eigenschaft heute eine Immunität gegen HIV und damit gegen den Ausbruch von AIDS. [1]
Eine HIV-Infektion ist in Österreich im Gegensatz zur AIDS-Erkrankung nicht meldepflichtig. Diese erfolgt an das Ministerium in anonymisierter Form. In Deutschland ist bereits die HIV-Infektion meldepflichtig und erfolgt ebenfalls anonymisiert an das Robert-Koch-Institut in Berlin.Krankheitsverlauf
Nicht jeder, der mit dem HI-Virus infiziert wurde, entwickelt zwangsläufig AIDS. Die rein klinische Diagnose "AIDS" wird gewöhnlich ab einem gewissen Grad der Zerstörung des Immunsystems gestellt, da es bis heute keine direkte Nachweismethode (sog. AIDS-Test) gibt. Sie ist definiert über das Auftreten von so genannten opportunistischen Infektionen. Diese werden ausgelöst durch Erreger, die erst durch die von der HIV-Infektion ausgelöste Immunschwäche überhaupt krank machen können; vorher gilt ein Patient lediglich als HIV-positiv. Als Mass für die Zerstörung des Immunsystems dient die T-Helfer-Zellen-Zahl im Blut eines HIV-Infizierten. Der Standard-Grenzwert ist erreicht, wenn das T-Zellen-Niveau eines Patienten unter 200-400 / µl Blut fällt. Die Unterschreitung dieser Grenze stellt eine Behandlungsindikation dar. Geschichte von AIDS
HIV ist eng mit Viren verwandt, die AIDS-ähnliche Symptome in Primaten auslösen, und es ist allgemein akzeptiert, dass einer dieser Virustypen Anfang des 20. Jahrhunderts auf den Menschen übertragen wurde, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass dies in isolierten Fällen bereits früher geschah.AIDS in ethnischen Gruppen
In verschiedenen ethnischen Gruppen verläuft AIDS unterschiedlich, was auf vererbte genetische Merkmale zurückzuführen ist.
Bei Afrikanern oder Asiaten bricht die Krankheit im Durchschnitt am schnellsten aus und verläuft am heftigsten.
Bei Westeuropäern dauert es bei 10-15% der Bevölkerung wesentlich länger bis zum Ausbruch, und bei geschätzten 1% bricht AIDS auch nach 10-15 Jahren (eventuell nie) aus.
Der Durchschnitt bei der US-amerikanischen Bevölkerung liegt dazwischen.Alternative Theorien
Zur Herkunft und Verbreitung von HIV und AIDS gibt es Theorien, die der gängigen wissenschaftlichen Sichtweise widersprechen:
Inwieweit die Kritik an der Mainstream-HIV/AIDS-Forschung berechtigt oder wissenschaftlich richtig ist, ist als Außenstehender wegen der Komplexität des Themas nur schwer zu durchdringen.Meldepflicht






