A priori
Der philosophische Begriff A priori (lat. vom Früheren her) beschreibt Erkenntnisse, die nicht durch Erfahrungen oder Wahrnehmungen gewonnen werden, sondern deren Wahrheit feststeht, bevor - möglicherweise trügerische - Sinneswahrnehmungen in der Argumentation verwendet werden.
Der Begriff A priori wird recht häufig von den Klassikern der Philosophie, wie beispielsweise Immanuel Kant gebraucht. Heute ist er eher aus der Mode geraten oder durch andere Begriffe ersetzt worden.
Was versteht die evolutionäre Erkenntnistheorie unter dem Begriff A priori ?
Das Gehirn ist als informationsverarbeitendes System kein leerer Speicher, in den wahllos alle Informationen aufgenommen werden, bis die Speicherkapazität erschöpft ist. In unserem Gehirn gibt es bereits eine Vielzahl von Filtern und Informationsverarbeitungs- und Informationsverdichtungsschritte, die es ermöglichen anwendbares Wissen für schnelle Reaktionen zu gewinnen. Diese vorgegebenen Strukturen des Gehirns haben sich im Laufe der Evolution herausgebildet und immer neuen Herausforderungen der Umwelt angepasst. Diese A priori Strukturen unseres Denkens verhindern eine ganz neutrale Aufnahme von Sinnesinformationen, andererseits schützen sie unser Gehirn vor Nebensächlichkeiten und Trimmen das Denken in erfolgversprechende Bahnen.






